Studium für Ältere oder unsere Erfahrungen mit der Generation 65+

10. März 2021

Am 04.03.21 fand unter dem Thema „Aktives und gesundes Altern – in Sachsen und Europa“ der 12. Partnerdialog des Carus Consiliums Sachsen statt. Darin beleuchtet wurde unter anderem die Frage, wie digitale Lösungsansätze älteren Menschen dabei helfen können, ihr Leben so lange wie möglich aktiv zu gestalten und die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen voll auszuschöpfen.

Petra Perica aus dem Bereich Gesundheit und Medizin der Dresden International University referierte zum Thema Weiterbildung im Alter und die damit verbundenen digitalen Herausforderungen. Im Nachfolgenden schildert sie ihre wichtigsten Erkenntnisse.

Digitalisierung und Online-sein als Herausforderung für ältere Studierende  
Die Digitalisierung hat mittlerweile nahezu alle Bereiche des Alltags erreicht und es fällt schwer, den digitalen Technologien noch zu entgehen. Darin liegen viele Chancen, auch für ältere Menschen. Dennoch gilt für sie - mehr denn je - die Vorteile zu erkennen, insbesondere wenn es um die Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit im Alltag geht.  
 
Ältere Personen haben oft großes Interesse und eine positive Einstellung gegenüber neuen Technologien, sie nutzen sie jedoch oft nicht, weil sie die Handhabung für zu schwierig halten. Echte Hürden, wie fehlende Geräte und Bandbreitenprobleme gibt es immer seltener. Wichtig ist demnach, die Altersgruppe für Ihren eigenen digitalen Bedarf zu sensibilisieren, ihnen den Nutzen und die Möglichkeiten aufzuzeigen und das wirkliche Risiko differenziert zu erläutern. 

Unsere Erfahrung mit der „Generation 65 +“ an der DIU 
Weiterbildungsinteressierte sind generell offen für Neues. Dennoch, die Altersstruktur an der DIU reicht bei den Teilnehmenden bis zum Alter von 71 und geht bei den Dozierenden noch etwas darüber hinaus. Somit geht es auch an der DIU bei der Beratung und Unterstützung zur Nutzung der Online-Lehrarchitektur seltener darum, eine Technikakzeptanz oder -kompetenz zu erzeugen. Viel wichtiger ist es, die individuellen Vorteile des Online-Settings für sich zu erkennen und Hemmschwellen abzubauen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich mit dem richtigen Mindset auch in der Altersgruppe 65+, die ersten Anstrengungen schnell überwinden lassen. Wie bei einer Initialzündung, entwickeln sich die unterstützten Personen oft eigenständig weiter.  
 
Die frühe Etablierung und kontinuierliche Weiterentwicklung sorgt für den optimalen Verlauf der Veranstaltungen und macht den Blick frei für Optimierungen, wie sie zum Beispiel für online-Prüfungsformate und Bewertungsfragen notwendig sind. Digitalisierungsmanagerin Sandra Uhlemann ist dafür zuständig. Sie arbeitet konzeptionell, unterstützt Dozierende und kreiert Veranstaltungs-formate (DIUTalk, DeepDive) entlang des DIU-weiten Credos Wissen teilen ist Kultur. Diese Formate stellen Austausch und Interaktion in den Mittelpunkt und fördern die Kommunikation.  
Gemeinsam mit Prof. Dr. Joachim Niemeier hat sie Liberating Structures in das Umfeld der DIU gebracht.  

Digitale Veranstaltungen lebendig gestalten, oder „unsere Pinnwand heißt jetzt Mural Board“ 
Im Verlauf der Pandemie wurde die Akzeptanz für die Online-Lehre immer größer und die Erfahrung im Umgang mit Online-Tools immer vielfältiger. Dabei spielt die Interaktion der Dozierenden mit den Teilnehmenden im Synchronunterricht die größte Rolle. Eingesetzte digitale Boards und Pinnwände ermöglichen mehr als ihre analogen Pendants: Sie können Audio- und Filmformate einbinden und nach Bedarf vielfach geändert und ergänzt werden. Unterlagen werden von allen mitgestaltet und stehen nach Bedarf allen und jederzeit zur Verfügung. 

Die Dinge verändern sich online vielfach zum Vorteil 
Da die meisten Studierenden an der DIU eine Weiterbildung absolvieren, lernen mehr und mehr Teilnehmende der Online-Veranstaltungen deren Vorteile zu schätzen. Die Anreise und Hotelübernachtung fallen weg und gesundheitliche Handicaps, wie sie nicht nur im Alter oft auftreten können, hindern nicht an der Teilnahme eines Seminars oder Studiengangs. Möglicherweise werden diese durch die digitalen Errungenschaften sogar überwunden. 

Wie digital wird die Zukunft an der DIU? 
Wir sind uns schon jetzt sehr sicher, dass es in Zukunft einen größeren Bedarf und Wunsch nach Online-Veranstaltungen geben wird. Gespannt bleiben wir dabei auf die tatsächlichen Zahlen und die Aufteilung in den jeweiligen Altersgruppen. Aus unserer Sicht werden sich hybride Lernveranstaltungen in dafür optimierten Räumen durchsetzen. Die Herausforderung wird sein, alle Teilnehmenden gleichermaßen einzubinden, ob diese nun vor Ort sind oder sich digital zuschalten. (Petra Perica) 

Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des Carus Consilium Sachsen unter:
https://www.carusconsilium.de/de/aktuelles/news/aktives-und-gesundes-altern-in-sachsen-und-europa 
 

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