Legal Risk Management (LL.M/ MBA)

Risikomanagement - Compliance - Resilienz

Kurzprofil des Studienganges

Wir befähigen Sie zum Risikomanagement in allen Lebensphasen eines Unternehmens unter Berücksichtigung beider Blickwinkel – Wirtschaft und Recht. 

Mit dem Masterstudiengang qualifizieren wir Sie, nachhaltige Managementstrategien an den Schnittstellen von Wirtschaft und Recht zu entwickeln, um bestandsgefährdende Risiken in Unternehmen oder Organisationen zu vermeiden. Dabei steht das Erkennen von Risiken, das rechtssichere und betriebswirtschaftlich effiziente Handeln insbesondere in Zeiten von Strukturbrüchen im Vordergrund. Als Legal Risk Manager:in werden Sie befähigt, lösungsorientiert und fallbezogen unternehmerische Entscheidungsvorlagen zur erfolgreichen Unternehmensentwicklung und Fortführung durch alle Krisensituationen hinweg zu erarbeiten. 

Nächster Studienstart:
voraussichtl. 1. Halbjahr 2023

Zielgruppe

  • Fach- und Führungskräfte, die in Unternehmen und Organisationen Risiken bewerten und managen wollen
  • Absolventinnen und Absolventen, mit einem ersten Studienabschluss, vorzugsweise mit betriebswirtschaftlichem oder juristischem Schwerpunkt
  • Personen, mit einer einschlägigen, mindestens einjährigen Berufserfahrung

Die Vorteile

Die Lernveranstaltungen finden zum größten Teil online statt. Lernmaterialien werden den Studierenden zur Verfügung gestellt, um auch asynchrones selbstorganisiertes Lernen zu ermöglichen.

Für eine ausgewogene Work-Life-Learn-Balance sind unterrichtsfreie Wochen in den Ferien vorgesehen.

Im Dozierendenteam des Studiengangs sind sowohl hochkarätige Wissenschaftler:innen als auch erfahrene Praktiker:innen vertreten. So sind die praxisnahe Fallbearbeitungen durch Informationen aus der Wissenschaft und Forschung fundiert.

 

Am Studiengang nehmen Teilnehmende aus unterschiedlichen Branchen teil. Profitieren Sie von diversen Lerngruppen, erfahrenen Dozierenden aus Praxis und Wissenschaft und dem Blick über den Tellerrand. Wir bieten interdisziplinären Austausch in lockerer Atmosphäre.

Modulübersicht

Modul 1 - Methoden der strukturierten und kontextbezogenen Falllösung (5 ECTS)

Die Studierenden sollen zunächst ein grundsätzliches Verständnis für die Bedeutung von Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre und den damit verbundenen Methodendiskurs entwickeln.

Dieses Modul behandelt daher die Frage, wie man strukturiert Rechtsfälle im wirtschaftlichen Kontext sowie wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen im juristischen Kontext mit System löst, um dann effizient Maßnahmen für die Unternehmen abzuleiten. Es geht um anwendungsorientierte Fragestellungen und deren Lösung und Überprüfung. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung ist eine Auseinandersetzung mit modernen Arbeitsmethoden besonders wichtig. Es bedarf Kenntnisse der jeweils angemessenen Verfahren und Methoden zur Gewinnung und Analyse von Informationen in Form von Datengenerierung, Datenaufbereitung und Datenanalyse und Interpretation im Kontext der jeweiligen Fragestellung. Dabei reicht es nicht nur aus, dass man „Gutes tut“, man sollte auch das Rüstzeug haben, gegenüber Kunden, Mitarbeitern und der Unternehmensleitung darüber „Reden“ zu können. Letztlich muss der Legal Risk Manager auch in der Lage sein sich in formgerechten Dokumenten schriftlich ausdrücken zu können.

Modul 2 – Rechtliche Grundlagen des Risikomanagements (5 ECTS)

Mit der Globalisierung sind nicht nur neue Möglichkeiten, Absatz- und Arbeitsmärkte eröffnet worden, sondern auch die Komplexität unternehmerischer Tätigkeit rechtlich und betriebswirtschaftlich stetig am Wachsen. Krisen sind derzeit allgegenwärtig. Finanzmarktkrise und Corona-Pandemie, sind Beispiele, die im Modul mit den ersten Risikomanagement-Methoden unter rechtlichen Gesichtspunkten analysiert werden. Neben der Erkennung, Analyse, Bewertung, Überwachung und Kontrolle bestehender Risiken innerhalb eines Unternehmens wird auch in die Zukunft geschaut. Im Fokus stehen wichtige Managementstrategien, um den Erfolg von Unternehmen gewährleisten zu können.

In diesem Modul werden zuerst allgemeine Kenntnisse in Vertrags- Handels-, Gesellschaftsrecht, als auch Prozessrecht unter dem Gesichtspunkt des Risk Managements vermittelt. Dabei geht man relevante Rechtsbereiche des Wirtschaftsrechts durch und erweitert und vertieft das bereits bestehende Rechtswissen eines Legal Risk Managers. Wichtig sind die Entwicklung von rechtlichen Visionen und Leitbildern zur rechtlichen Absicherung jeden unternehmerischen Handelns, über das Vertragsmanagement bis hin zum Datenschutz im EDV-Bereich, des Schutzes von Ideen der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und abmahnungssicheren Marketingmaßnahmen. Man lernt, Risiken, beispielsweise aus Produkthaftungsfällen, Compliance-Verstößen, Unterversicherung oder drohende Insolvenzstraftaten, besser einzuschätzen und ein Gefühl für reale Bedrohungen zu bekommen. Dabei versteht sich das Legal Risk Management als Integrationsfunktion im Unternehmen zwischen rechtlichem und betriebswirtschaftlichem Verständnis.

Modul 3 – wirtschaftliche Grundlagen des Risikomanagements (5 ECTS)

Dieses Modul behandelt zunächst die Frage, warum ein Risikomanagementsystem für ein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen zwingend erforderlich ist und was genau unter diesem Begriff zu subsumieren ist. Dabei geht es zunächst darum, wirtschaftliche Risiken in einem Unternehmen zu identifizieren (Produktbereiche, Einkauf und Rohstoffe, Finanzierungen und Cash-Management, Personal etc.) und danach zu bewerten. Der Fokus liegt bei wirtschaftlichen Risiken, die den Bestand des Unternehmens in der Fortführung gefährden können. Im Ergebnis der Risikoanalyse entstehen risikopolitische Grundsätze für die Unternehmensführung. In der Konsequenz muss der Legal Risk Manager in der Lage sein, eine Risikoanalyse nach betriebswirtschaftlichen Risikobereichen im Unternehmen mit materieller Wichtung zu erstellen.

Modul 4 – Risikomanagement im Lebenszyklus eines Unternehmens (5 ECTS)

Das Risikomanagement in einem Unternehmen ist ein fortlaufender Prozess. Mit jeder Entwicklung im Unternehmen verändert sich auch der zu betrachtende Risikokatalog. Der Schwerpunkt in diesem Modul liegt in der Betrachtung der Lebensphasen eines Unternehmens und der damit verbunden unternehmerischen Risiken. Die wirtschaftliche und rechtliche Risikoidentifikation und die Risikoanalyse des Risikomanagementprozesses beeinflussen wesentlich den möglichen Lebenszyklus eines Unternehmens.

Es wird das Management von Strukturbrüchen anhand von Beispielen aus dem Unternehmensalltag erlernt. Dabei wird zwischen internen und externen Risiken differenziert. Dazu gehören neben volkswirtschaftlichen Phänomenen (Wirtschaft- und Finanzkrisen, Nachfrageschwankungen, veränderte Wettwebers- und Konkurrenzsituationen) sowohl internes Gefährdungspotential (Liquiditätsengpässe, Fehlinvestitionen) als auch gesellschaftsrechtliche Einflüsse.

Modul 5 – Aufbau und Implementierung eines Risikomanagementsystems (10 ECTS)

Risikomanagement ist nicht mehr nur ein Thema für Großunternehmen. Die Notwendigkeit besteht für alle Unternehmen. Die Relevanz einer systematischen Identifikation, Bewertung und Bewältigung von wirtschaftlichen Risiken ist in einer Zeit weltweit rasanter Veränderungsprozesse überlebenswichtig. Unternehmensrisiken können für den Fortbestand der Unternehmen existenziell sein. Neue Risikokategorien entstehen fast täglich. Der Legal Risk Manager muss in der Lage sein, ein auf das Unternehmen angepasstes Risikomanagementsystem im Unternehmen zu implementieren. Letztlich muss der Legal Risk Manager auch in der Lage sein, eine zur Risikostrategie und Risikokultur im Unternehmen im Rahmen eines Risikomanagementhandbuches zu erstellen, dass als Leitlinie zur Unternehmensführung dienen kann.

Modul 6 – Unternehmensgründung unter Risikoaspekten (5 ECTS)

Bei der Gründung eines Unternehmens geht es zunächst um die Frage der Geschäftsidee, des Geschäftsmodells, des relevanten Marktes und der Finanzierung. Grundsätzlich sind die Gründer frei in der Gestaltung, gleichwohl reduziert sich die Gestaltungsfreiheit, denn die Konsequenzen der getroffenen Entscheidungen bedingen sich wechselseitig. Die Haftung des Gründers für sein unternehmerisches Handeln und das seiner Mitarbeitenden führt direkt zum Begriff Compliance. Der Unternehmensgründer muss daher die gesetzlichen und sonstigen Normen kennen, die sich aus den Entscheidungsvarianten für sich und sein Unternehmen ergeben.

Modul 7 – wirtschaftliche und rechtliche Aspekte des nachhaltigen Unternehmenswachstums (15 ECTS)

Unternehmenswachstum entspringt dem Grundprinzip der Marktwirtschaft. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Phase des Unternehmenswachstums auch gleichzeitig eine Unternehmenskrise. Wachstum bedeutet Anpassungen von Kapazitäten in allen Unternehmensbereichen, bei der Liquidität, dem Controlling und letztlich auch bei der Kommunikation. Wachstum entsteht durch Erschließung neuer Geschäftsfelder, neuer Marktgebiete, durch Erhöhung der eigenen Wertschöpfungskette, durch Intensivierung des Vertriebs, durch ein effektives Marketing oder auch durch Unternehmenskooperation, Unternehmenskäufe und natürlich durch Innovation in bestehenden Prozessen.

Um diese Phase erfolgreich zu bewältigen ist eine enges Risikomanagement spezifisch für die Überwachung der Wachstumsaktivitäten erforderlich.

Modul 8 – kulturelle, ökologische und soziale Aspekte des Risikomanagements (5 ECTS)

Kulturellen, soziale, ökologische und Nachhaltigkeitsaspekte in der Unternehmenspolitik haben in der letzten Zeit einen hohen Stellenwert der unternehmensindividuellen Bewertung erhalten. Für potenzielle Investoren sind soziale, kulturelle, ökologische und ethische Aspekte der Unternehmensführung zu mess- und quantifizierbaren Kennzahlen eines Unternehmenswertes geworden. Solche KPIs müssen in Zukunft Bestandteil des Risikomanagement eines jeden Unternehmens werden.

Gerade auch im internationalen Kontext spielen diese Kriterien eine bedeutende Rolle. Der Nichteinhaltung gesetzlicher nationaler und internationaler Vorgaben kann zur Bestandsgefährdung der Unternehmen führen.

Modul 9 – wirtschaftliche und rechtliche Risiken der Unternehmensnachfolge (5 ECTS)

Familiengeführte Unternehmen haben kurze Entscheidungswege und sind durch die Unternehmerpersönlichkeiten geprägt. Ungeklärte Unternehmensnachfolge bei unternehmergeführten Gesellschaften kann ein bestandgefährdendes Risiko sein. Gefahren eines Erbstreits bei Familienunternehmen, ein damit verbundener Liquiditätsentzug, die Zersplitterung oder die Zerschlagung des Unternehmens sind nicht selten.

Für eine Unternehmensnachfolge bieten verschiedene Nachfolgemodelle unterschiedliche Optionen und Perspektiven, die in Abhängigkeit der gegebenen Voraussetzungen zu betrachten sind.

Modul 10 – Unternehmen in der Krise (10 ECTS)

Das Modul soll die Sensibilität der Studierenden für Krisensituationen schärfen sowie denkbare Krisen in einem Unternehmen reflektieren und einordnen. Es wird vermittelt, wie sich aus Diskontinuitäten und rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Krisen unternehmerische Krisen entwickeln können und welche Instrumente und Möglichkeiten es gibt, diese Krisen zu managen. In diesem Kontext wird auch die Sinnhaftigkeit einer Unternehmensfortführung zu diskutieren sein am konkreten Fallbeispiel. Um dies als Legal Risk Manager für ein Unternehmen beurteilen zu können, bedarf es der Erstellung einer insolvenzrechtlichen Fortführungsprognose. Wege aus der Krise können sehr verschieden sein. Welche Chancen bieten dabei eine Sanierung bzw. eine übertragende Sanierung oder eine Zerschlagung? In diesem Zusammenhang wird das Insolvenzverfahren detailliert beleuchtet.

Modul 11 – projektbezogene wirtschaftliche (MBA)/ rechtliche (LL.M.) Spezialisierung (5 ECTS)

Die Studierenden eignen sich praxisbezogen detailliertes und spezialisiertes Wissen auf dem neusten Erkenntnisstand in dem von Ihnen gewählten Themenbereich an. Die Spezialisierung greift Problemstellungen aus der betrieblichen Praxis auf, deren Lösung im Rahmen der Unternehmensfortführung bzw. Leitung öffentlicher Institutionen erforderlich ist.

Die Spezialisierung setzt den inhaltlichen Schwerpunkt, der in einem der beiden Themengebiete (wirtschaftlich oder rechtlich) liegt und bereitet auf den angestrebten Masterabschluss (MBA oder LL.M.) vor.

Abschlussmodul – Masterthesis (15 ECTS)

In Abhängigkeit vom angestrebten Masterabschluss (MBA oder LL.M.) werden die im Studium erworbenen fachlichen und wissenschaftlichen Fertigkeiten und Kompetenzen eines Legal Risk Managers auf ein den Themengebieten der Module zuordenbare juristische oder wirtschaftswissenschaftliche Problemstellung vertiefend angewendet. Die Masterarbeit mündet in der Weiterentwicklung bestehender Lösungsansätze, Modelle oder Konzepte und liefert eine potenzielle Weiterentwicklung in dem betrachteten Themengebiet.

Zulassungsvoraussetzungen

  • Erster Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (210 ECTS) sowie mind. 1 Jahr Berufserfahrung
  • Bewerber mit weniger als 210 ECTS können fehlende Leistungspunkte über Zusatz- und Aufbaumodule erwerben. Wir beraten Sie gern.

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Thorsten Richter

Professur Wirtschaftsrecht insb. Wirtschaftsprivatrecht und Arbeitsrecht, HTW Dresden

Dr. Margitta Markert

Director, Tax KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaf

Kooperationspartner

Kompakt

Abschluss:
Master of Laws (LL.M.) oder Master of Business Administration (MBA) 
Studienort: 
Online/Dresden
Studienstart:
1. Halbjahr 2023
Studiendauer:
6 Semester
 
Studientage:
noch offen
ECTS-Punkte:
90 ECTS
Studienart: 
berufsbegleitend
Studiengebühr:
noch offen
Finanzierungsmöglichkeiten

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