Dr. Holger Sebastian LLM 2021 in Medizinrecht | DIU Alumni Bericht

20. März 2026

Vom Chefarzt zum Ärztlichen Direktor und ehrenamtlichen Richter: Erfahren Sie im Interview, wie unser Alumnus seine beiden Masterstudiengänge an der DIU nutzte, um die Brücke zwischen klinischer Praxis, sicherem Krankenhausmanagement und Medizinrecht zu schlagen und warum der interprofessionelle Austausch für ihn den allergrößten persönlichen Gewinn darstellte.

Mit zwei berufsbegleitenden Masterabschlüssen der – in Health Care Management (2007) und Medizinrecht (2021) – hat Dr. Holger Sebastian seine herausragende medizinische Laufbahn strategisch und juristisch untermauert.

Heute bringt er diese wertvolle interdisziplinäre Expertise in gleich zwei bedeutenden Positionen ein: Seit 2024 lenkt er als Ärztlicher Direktor die Geschicke des Elblandklinikums Meißen, wo er bereits seit 2006 als Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin tätig ist. Darüber hinaus engagiert er sich als ehrenamtlicher Richter am Landesberufsgericht für Heilberufe beim Oberlandesgericht Dresden. Sein Werdegang steht beispielhaft für lebensbegleitendes Lernen an der DIU und den weitreichenden gesellschaftlichen Impact unserer Absolventen in der sächsischen Gesundheitslandschaft.

 

DIU Alumnus Dr. Holger Sebastian im Interview:


1. Wenn Sie auf Ihre Studienzeit an der DIU zurückblicken: Welcher Moment, welche Person oder welches Lehrthema fällt Ihnen spontan als erstes ein und hat Sie besonders geprägt?

Aus dem HCM-Studiengang fallen mir da Prof. Töpfer mit der Null-Fehler-Qualität und Six Sigma ein, aus dem Medizinrechtstudiengang zuerst Prof. Schmidt-Recla mit der Einführung ins Medizinrecht und das Betreuungsrecht, sowie Prof. Kern mit den intensiven Diskussionen zum ärztlichen Berufsrecht.

2. Vom Hörsaal in die Praxis: Wo sind Sie heute beruflich tätig und welche Methode oder Erkenntnis aus dem Studium hilft Ihnen bei Ihren aktuellen Aufgaben am meisten?

Zur Zeit des HCM-Studienganges hatte ich die Position eines Chefarztes neu übernommen und fühlte mich auf medizinischem Gebiet sicher. Aber alles, was Management im Krankenhaus betraf und zwangsläufig mit der Position verbunden ist, eher weniger gut aufgestellt. Fehlervermeidung und patientensichere Prozessgestaltung waren untrennbar mit meinem Fachgebiet, der Anästhesie, verbunden. Dieses Studium hatte mich in diesem Bereich sicher und auch erfolgreich gemacht. So wurde ich 2013 zum Ärztlichen Direktor des Krankenhauses berufen. In dieser Position war ich unter anderem auch mit den Haftpflichtfällen des Krankenhauses beschäftigt. Dazu musste ich juristische Einschätzungen unserer Arbeit zur Kenntnis nehmen. Diesen konnte ich nur eingeschränkt folgen und beschloss auch diese Lücke zu schließen. Jetzt ist es mir unter anderem möglich die Arbeitsprozesse auch rechtssicher zu gestalten und wurde im vergangenen Jahr zum ehrenamtlichen Richter am Berufsgericht berufen.

3. Wenn eine gute Freundin oder ein Kollege überlegt, ob sich das Studium an der DIU lohnt: Was würden Sie ihr/ihm als den größten persönlichen "Gewinn" aus dieser Zeit nennen?

Der größte Gewinn war für mich in beiden Studiengängen der interprofessionelle Austausch mit den Studentinnen und Studenten. Beide Studiengänge fanden ausschließlich in Präsenz statt was aus meiner Sicht auch jetzt dafür entscheidend ist. Viele der persönlichen Kontakte bestehen auch heute noch!