Nele von Horsten absolvierte von 2022 bis 2025 erfolgreich ihr Masterstudium an der DIU. Nach ersten Stationen bei Vodafone und Siemens Healthcare (unter anderem in den USA) startete die Diplom-Medienwirtin ihre Laufbahn im internationalen B2B-Marketing. Über zwölf Jahre verantwortete sie globale und europäische Marketingstrategien für die Atotech Group.
Die eigene MS-Diagnose aus dem Jahr 2004 wurde schließlich zum Wegweiser für ihre zweite Karriere: Ab 2017 baute sie sich eine Selbstständigkeit als Autorin auf, bevor sie im März 2020 ihr Herzensprojekt „MS-Perspektive“ startete. Heute bündelt sie ihr akademisches Wissen und ihre Kommunikationsstärke als zertifizierter EUPATI Fellow, strategische Beraterin für Pharmaunternehmen und preisgekrönte Patientenexpertin. In ihrer Masterarbeit an der DIU schloss sich der Kreis: Dort untersuchte sie wissenschaftlich fundiert den positiven Einfluss ihres eigenen Podcasts auf die Aufklärung von Patient:innen.
DIU Alumni Nele von Horsten im Interview:
1. Wenn Sie auf Ihre Studienzeit an der DIU zurückblicken: Welcher Moment, welche Person oder welches Lehrthema fällt Ihnen spontan als erstes ein und hat Sie besonders geprägt?
Zwei Personen stechen für mich besonders heraus: Zum einen Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, der mich darin bestärkt hat, das Studium zu wagen, obwohl ich keine Ärztin bin. Er hat mir das Vertrauen gegeben, dass ich es mit Fleiß und meiner intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Multiplen Sklerose – auch durch meinen Podcast – schaffen kann.
Zum anderen Prof. Christine Stadelmann-Nessler, bei der wir die Grundlagen gelegt und tief in Neuropathologie und Neuroimmunologie eingestiegen sind. Ihre klaren Erklärungen, der wertschätzende Austausch und die Fragerunden waren sehr lernintensiv und haben gleichzeitig große Freude gemacht.
Ein besonderer Moment war außerdem unser erstes gemeinsames Treffen in Göttingen am Ende des Moduls. Dort haben wir uns als Matrikel wirklich gefunden. Die gemeinsam verbrachte Zeit hat ein starkes Wir-Gefühl geschaffen, das bis heute trägt.
2. Vom Hörsaal in die Praxis: Wo sind Sie heute beruflich tätig und welche Methode oder Erkenntnis aus dem Studium hilft Ihnen bei Ihren aktuellen Aufgaben am meisten?
Heute arbeite ich als Patientenexpertin. Ich bin Host des deutsch- und englischsprachigen Podcast „MS-Perspektive“, berate in Studien sowie in der Zusammenarbeit mit der Industrie zur Patientenperspektive und halte Vorträge.
Besonders hilfreich ist für mich das hohe wissenschaftliche Niveau des Studiums. Der tiefere Einstieg in Statistik ermöglicht es mir, Studiendesigns und Wirksamkeitsdaten fundiert einzuordnen und auf Augenhöhe mit Fachkreisen zu diskutieren. Auch die im Studium geknüpften Kontakte sind für meine heutige Arbeit sehr wertvoll.
3. Wenn eine gute Freundin oder ein Kollege überlegt, ob sich das Studium "Multiple Sklerose Management (M.Sc.)" an der DIU lohnt: Was würden Sie ihr/ihm als den größten persönlichen Gewinn aus dieser Zeit nennen?
Ja, absolut. In zwei kompakten Jahren kann man sich ein außergewöhnlich tiefes Verständnis für diese komplexe Erkrankung erarbeiten, wofür man sonst deutlich länger benötigen würde.
Zudem entsteht früh ein Netzwerk aus Spezialist:innen, das weit über die Studienzeit hinausträgt. Unsere Studiengruppe steht weiterhin im Austausch – und gerade bei beruflichen Fragestellungen ist dieses kollegiale Netzwerk ein großer persönlicher Gewinn.