Mehr gesunde Lebensjahre: Impulse vom 3. DIU FachForum Prävention

11. September 2026

Die Lebenserwartung bei Geburt erreichte in Deutschland 2025 neue Höchstwerte: 83,6 Jahre für Frauen und 79,1 Jahre für Männer, wie das Statistische Bundesamt im Juli 2026 mitteilte. Doch wie gelingt es, diese Lebenszeit möglichst lange gesund und selbstbestimmt zu gestalten?

Diese Frage stand am 2. September 2026 bei unserem 3. DIU FachForum Prävention im Mittelpunkt. Unter dem Titel "Longevity, Stoffwechsel und individuelle Gesundheit" verband die Online-Veranstaltung medizinische Forschung mit aktuellen Perspektiven aus der Praxis. Moderiert wurde sie erneut von Dr. med. Kira Kubenz, M.Sc.; die Veranstaltungsleitung hatte Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Joachim Kugler inne, der unseren Studiengang „Präventive & funktionelle Medizin (M.Sc.)“ leitet. 

Individuelle Gesundheit aus sechs Perspektiven

Kubenz, Spezialistin für Präventionsmedizin und Genetik, beleuchtete die Bedeutung genetischer Voraussetzungen für die Langlebigkeit und den Stellenwert beeinflussbarer Gesundheitsrisiken. Der Kardiologe und Präventionsexperte Prof. Dr. med. Uwe Nixdorff zeigte, wie digitale Gesundheitsprofile, persönliche Ziele und individuelles Coaching dabei helfen können, Erkenntnisse aus Gesundheitschecks in alltagstaugliche Maßnahmen zu übersetzen. 

Die Internistin und Buchautorin Dr. med. Helena Orfanos-Boeckel widmete sich den Wechseljahren und der Entscheidung über eine Hormonersatztherapie aus internistischer Sicht. Die Berliner Dermatologin und Ernährungsmedizinerin Dr. med. Yael Adler richtete mit „Skin-Longevity“ den Blick auf die Hautgesundheit und ihre Verbindung zum Lebensstil. 

Wie sich Ausdauerleistungsfähigkeit und Fettstoffwechsel erfassen lassen, erläuterte der Sportwissenschaftler Dr. phil. Andreas Greiwing. Sein Beitrag verband Leistungsdiagnostik mit der praktischen Trainingsgestaltung. Der Pathologe Prof. Dr. med. Dr. phil. Jörg Kriegsmann ergänzte diese Perspektiven um Vitamin D und die Bedeutung genetischer Unterschiede für die Einordnung von Laborbefunden und Supplementierung.

Vom Wissen ins Handeln

Wie relevant die Auseinandersetzung mit individuellen Risiken ist, unterstreicht auch eine 2025 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Analyse von mehr als zwei Millionen Menschen. Das Fehlen von fünf klassischen Risikofaktoren im Alter von 50 Jahren war rechnerisch mit über zehn zusätzlichen Lebensjahren ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden – verglichen mit dem Vorliegen aller fünf Faktoren. Untersucht wurden Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Unter- oder Übergewicht, Diabetes und Rauchen. 

Ein Satz aus der Veranstaltung brachte die Herausforderung auf den Punkt: „Wir haben im Gesundheitswesen kein Erkenntnisproblem. Wir haben ein Umsetzungsproblem.“ Für die Prävention bedeutet das: Wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen nicht auf dem Papier bleiben, sondern müssen ihren Weg in die Versorgung und den Alltag der Menschen finden. Dazu lieferte unser FachForum vielfältige Impulse – von der individuellen Risikobewertung bis zur praktischen Begleitung von Lebensstilveränderungen. Das Ziel ist nicht allein ein längeres Leben, sondern vor allem mehr Lebenszeit in guter Gesundheit.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und unseren Gästen!