Starke Impulse und Botschaften für gesundes Altern beim 2. DIU FachForum Prävention

02. Oktober 2025

Prävention ist keine einzelne Maßnahme, sondern sie ist ein andauerndes Zusammenspiel zahlreicher Faktoren, die unser Leben nachhaltig beeinflussen. Genau dieses Zusammenspiel stand vergangene Woche im Mittelpunkt unseres 2. DIU FachForum Prävention.

Erneut kamen unter der Leitung und Moderation von Dr. Kira Kubenz M.Sc. Expert:innen und Interessierte verschiedener medizinischer Disziplinen zusammen, um gemeinsam der Frage nachzugehen, wie gesundes Altern gelingen kann. Ein spannendes, inspirierendes Event mit intensiven Diskussionen, Anregungen und Aha-Momenten.

Impulse für ein längeres, gesünderes Leben

Nina Ruge eröffnete mit ihrem Vortrag über „Healthy Longevity“ unser diesjähriges FachForum und machte deutlich, wie eng Zellbiologie, Ernährung und Epigenetik miteinander verwoben sind – und wie wichtig es ist, dieses Wissen verständlich und motivierend in den Alltag zu übersetzen.

Daran knüpfte Prof. Dr. Joachim KuglerScientific Director unseres Studiengangs Präventive und funktionelle Medizin (M.Sc.) an, der unterstrich: Kurative Medizin reicht in einer alternden Gesellschaft längst nicht mehr aus, wobei hier vor allem politische Entscheidungsträger ihre bisherigen Einschätzungen überdenken sollten. Nachhaltige Gesundheitsstrategien müssen schon viel früher ansetzen – bei Prävention, Aufklärung und vor allem im Bewusstsein jedes Einzelnen.

Wie eng Allgemeingesundheit und Zahngesundheit verbunden sind, zeigte Prof. Dr. Johan Wölber. Parodontitis als systemische Entzündung kann nicht nur die Zähne, sondern den gesamten Organismus belasten. Ernährung und Prävention spielen dabei die Schlüsselrolle. Der Leiter der Paradontologie und Experte für Ernährungszahnmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist darüber hinaus Scientific Director unseres neuen Bachelorstudiengangs Dentalhygiene (B.Sc.), der in diesen Tagen erstmals startet.

Vielfalt der Perspektiven

Auch die geschlechtersensible Betrachtung war zentrales Thema. Fachärztin für innere Medizin Dr. Anne-Kathrin Collisi führte eindrucksvoll vor Augen, wie stark sich Risikofaktoren und Präventionsbedarfe zwischen Männern und Frauen unterscheiden – und dass die Forschung hier noch viel nachzuholen hat. Frauenheilkundler Dr. Andre-Robert Rotmann ergänzte die Diskussion um den Einfluss von Stress und Hormonen auf die Gesundheit, und zeigte, wie sehr Männer und Frauen auch hier unterschiedliche Wege der Vorsorge benötigen.

Einen weiteren wichtigen Baustein beleuchtete Pathologe Prof. Dr. Jörg Kriegsmann: Vitamin D als möglicher „Gamechanger“ in der Tumorprävention. Sein Beitrag zeigte eindrucksvoll, dass oft unterschätzte, unscheinbar anmutende Faktoren große Wirkung entfalten können – wenn wir sie ernst nehmen, verstehen und ihren Stellenwert in der Präventionsarbeit stärken.

Gemeinsame Botschaften

Die Diskussionen über Fachgrenzen hinweg führten zu klaren Botschaften wie etwa:

  • Prävention ist nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich und ökonomisch längst unverzichtbar geworden. Allerdings ist hierbei auch die Politik gefragt, die ihren Fokus von kurativer verstärkt auf präventive Medizin legen sollte.
  • Bewegung, Ernährung und Eigenverantwortung sind die besten Werkzeuge für ein langes Leben. Schon wenige regelmäßige Maßnahmen, wie 20 Minuten Walking mehrmals pro Woche, haben enorme positive Wirkung.
  • Prävention muss früh beginnen – auch in der Schule. Gesundheitserziehung ist in vielen Ländern bereits gängig, in Deutschland allerdings noch nicht.
  • Geschlechtergerechte Medizin ist kein Randthema, sondern ganz entscheidend für die Zukunft der Gesundheitsversorgung.
  • Gesunde Zähne beeinflussen die Gesamtgesundheit in erheblichem Maße – unabhängig vom Geschlecht. Umgekehrt gilt dies ebenfalls.

Dank und Ausblick

Wir sind überzeugt: Prävention gelingt nur, wenn Wissen geteilt, Mut zur Veränderung besteht und Perspektiven langfristig effektiv verknüpft werden. Genau das hat unser Format einmal mehr ermöglicht.

Unser Dank gilt allen Referent:innen und Teilnehmenden für ihre wertvollen Beiträge und besonders Dr. med. Kira Kubenz für die engagierte Leitung!