Yvonne Radecker absolvierte nach ihrem Bachelorstudium in Geschichte und Philosophie an der Universität Konstanz, von 2006 bis 2010 berufsbegleitend den Master „Kultur & Management“ an der DIU. Diese Jahre markierten zugleich ihren Übergang von befristeten Stellen im Sinne der „Generation Praktikum“ zur ersten dauerhaften Position: in einem deutschen Museum, wo sie als Direktionsassistentin begann und später als Abteilungsleiterin ausschied.
Von 2017 bis 2025 war Yvonne Radecker Geschäftsleiterin eines Schweizer Vereins. Seit Kurzem ist sie im Hochschulmanagement tätig - auch dafür darf man durchaus Kulturmanagement studiert haben.
Statement:
"Mein Studium an der DIU war nicht nur der wichtigste Abschnitt meiner Ausbildung, sondern auch entscheidend für die Weichenstellung meines beruflichen Weges."
DIU Alumni Yvonne Radecker im Interview:
Was haben Sie an der DIU studiert und wann haben Sie Ihren Abschluss gemacht? Was hat Sie damals zu diesem Studium motiviert?
Von 2006 bis 2010 habe ich berufsbegleitend den Masterstudiengang "Kultur & Management" an der DIU absolviert. In den 2000er-Jahren steckten kulturmanagementbezogene Studiengänge im deutschsprachigen Raum noch in den Anfängen – flexible Programme, die sich mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbaren ließen, waren damals eine Seltenheit.
Welche (drei) Wünsche oder Erwartungen hatten Sie an Ihr Studium – und was hat Sie rückblickend vielleicht sogar positiv überrascht?
Nach einem Bachelor-Abschluss in den Geisteswissenschaften hatte ich mir vom DIU-Studium erhofft, fundiertes Wissen und Know-How in betriebswirtschaftlichen Aspekten zu gewinnen und dabei dennoch Kultureinrichtungen im Blick zu lassen. Die Praxisnähe, mit der geworben wurde, hat mich auch überzeugt. Überraschend war für mich, wie viel, intensiv und aus welch unerwarteten Perspektiven wir Studierenden voneinander gelernt haben.
Gibt es eine Erfahrung oder ein Thema aus Ihrem Studium, das Sie bis heute prägt? Etwas, das Sie immer wieder anwenden oder das Ihren beruflichen Weg besonders beeinflusst hat?
Zwei zentrale Erkenntnisse aus meiner Studienzeit prägen bis heute meine berufliche Praxis: Erstens gibt es nicht das eine "Kulturmanagement" – vielmehr geht es um gutes oder weniger gutes Management in sehr unterschiedlichen Kontexten. Und zweitens: Auch in Kultureinrichtungen und -projekten kann der Einsatz kennzahlenbasierter Controlling-Instrumente sinnvoll sein.
Inwiefern spielen die Kontakte aus Ihrer Studienzeit heute noch eine Rolle – beruflich oder persönlich? Gibt es eine Begegnung oder ein Netzwerk, das für Sie besonders wertvoll war?
Unsere Mastergruppe umfasste etwa 20 Personen – mit zwei ehemaligen Kommiliton:innen bin ich bis heute in Kontakt. Besonders prägend war für mich der Weg einer Kommilitonin, die bereits während des Studiums, nach eigener Einschätzung noch mitten in der Ausbildung, eine Geschäftsleitung übernahm. Ich empfand das als beeindruckend mutig, bewunderte ihren Optimismus und ihre Leidenschaft – und habe sie mir, vielleicht ohne es gleich zu merken, zum Vorbild genommen.
Welche Fähigkeiten, Haltungen oder Kompetenzen – sogenannte „Future Skills“ – würden Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben? Was hat sich für Sie in der Praxis als besonders hilfreich erwiesen?
Besonders wertvoll für meine berufliche Praxis waren die Rollenspiele im Studium – vor allem im Bereich Personalmanagement, den ich bis heute als eine der größten Herausforderungen im Kulturmanagement empfinde. In solchen Übungen merkt man schnell, ob man fürs Führen gemacht ist.
‚Future Skills‘ sind für mich vor allem jene Fähigkeiten, die den Menschen auszeichnen – und sie gewinnen umso mehr an Bedeutung, je stärker Künstliche Intelligenz unseren Arbeitsalltag prägt: Verantwortung, Empathie, Führungskompetenz und Kreativität stehen für mich an erster Stelle. Genau auf diese Qualitäten sollte in der Ausbildung der Fokus liegen – nicht auf dem Auswendiglernen von Paragraphen oder Definitionen.