Masterstudiengang „Multiple Sklerose Management“ setzt Zeichen in der Medizin

19. Oktober 2020

Der bundesweit einzigartige DIU-Masterstudiengang „Multiple Sklerose Management“ startet am 20. Oktober 2020. Fach- und Führungskräfte, vorwiegend Neurologen, aus dem Gesundheitswesen werden zu Multiple Sklerose (MS)-Spezialisten weitergebildet – sowohl in der Medizin als auch in der Pflege besteht ein sehr hoher Bedarf.

Dresden International University: Multiple Sklerose Management studieren
Wissenschaftlicher Leiter Prof. Dr. Tjalf Ziemssen

Wissenschaftlicher Leiter Prof. Dr. Tjalf Ziemssen

Das Krankheitsbild ist vielfältig und jeder Patient benötigt eine individuelle Betreuung. Die frühzeitige Diagnose und Therapie ist entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf. Mit dem Studiengang „Multiple Sklerose Management“ leistet die DIU einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Nervenerkrankung.

Zielgruppengerechtes Angebot adressiert hohe Nachfrage an MS-Experten

„Wir freuen uns über das große Interesse an unserem neuen Studiengang ´Multiple Sklerose Management‘. Fachärzte und Gesundheitsexperten mit Spezialkenntnissen zu Multiple Sklerose werden dringend gebraucht“, erklärt DIU-Geschäftsführer Prof. Dr. Joachim Niemeier. „Unser Anspruch ist es, Studienangebote zu schaffen, die sich an den realen Bedürfnissen der Medizin und Pflege orientieren. Mit der Einführung des Studiums ´Multiple Sklerose Management´ reagieren wir auf die aktuelle Nachfrage und bieten einen einzigartigen Studiengang, der speziell an die Bedürfnisse von MS-Patienten angepasst ist.“

Das erste Matrikel wird mit 18 Studierenden an den Start gehen. Elf Bewerber können, durch Spenden der Firmen SANOFI, MERCK und BMS, mit einem Teilstipendium studieren.

Zunächst werden die Studieninhalte in deutscher Sprache von Experten aus dem DACH-Raum vermittelt. Nach erfolgreicher Einführung des neuen Studiengangs ist eine Internationalisierung geplant.

Für MS-Patienten entscheidet eine frühzeitige Diagnose und Behandlung über den weiteren Krankheitsverlauf. Durch individuell angepasste Therapiemöglichkeiten wird das Leben der Patienten erleichtert und der Prozess der Erkrankung gehemmt. Die Behandlung ist lebenslang und sehr komplex, wofür es gut ausgebildete Spezialisten braucht. „In den letzten Jahren hat sich viel im Bereich Multiple Sklerose getan. Die neuesten Erkenntnisse müssen vermittelt und stärker kommuniziert werden. Beides wollen wir mit dem neuen Studiengang ‚Multiple Sklerose Management‘ aktiv vorantreiben. Wir freuen uns sehr, dass wir die ersten Studierenden in unserem bundesweit einzigartigen Masterstudiengang begrüßen dürfen“, erklärt Prof. Dr. Tjalf Ziemssen. Er ist wissenschaftlicher Leiter des neuen Studienganges an der DIU, Facharzt für Neurologie am Uniklinikum Dresden und ausgewiesener Experte im Bereich Multiple Sklerose. 2006 gründete er das Multiple-Sklerose-Zentrum Dresden, welches heute eine der größten Spezialambulanzen in Deutschland ist.

Berufsbegleitendes Studium zum MS-Spezialisten

Das Weiterbildungs-Studium richtet sich an Ärzte, Therapeuten, Wissenschaftler, Psychologen, Apotheker, Biologen oder Pflegepersonal, die sich auf MS spezialisieren wollen. Voraussetzung ist ein humanmedizinischer oder artverwandter Abschluss mit einem Umfang von 240 ECTS-Punkten. Weiterhin können Personen mit einem akademischen Erstabschluss, die eine Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf und eine einjähriger Berufstätigkeit im Bereich MS vorweisen können, das Masterstudium aufnehmen. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie den Titel „Master of Science“ (M.Sc.).

Der berufsbegleitende Studiengang verteilt sich auf vier Semester. „Unsere Studierenden lernen von führenden Spezialisten aus der DACH-Region größtenteils in Online-Seminaren. Damit wird auch in Zeiten der Corona-Pandemie die Wissensvermittlung garantiert. Zusätzlich werden praktische Einheiten angeboten, wofür wir Zentren mit großer Erfahrung in Diagnostik und Therapie ausgewählt haben.“ erklärt Prof. Dr. Tjalf Ziemssen. Das Studium gliedert sich in die Module „Theoretische Grundlagen“, „Klinik und Diagnostik“, „Studien und Statistik“, „Therapie und Rehabilitation“, „Monitoring und Dokumentation“ zu MS und weiteren neuroimmunologischen Erkrankungen. Die angehenden Experten erlernen ausführliche und wissenschaftlich fundierte Diagnostik und Differenzialdiagnostik bei Verdacht auf chronisch-entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Dabei werden sie von namhaften Fachspezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz betreut. Die Schirmherrschaft des Studiengangs übernimmt die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMGS).

Multiple Sklerose (MS) – „Die Krankheit der tausend Gesichter“

Die Krankheit Multiple Sklerose betrifft ungefähr 250.000 Menschen, die in Deutschland leben. Sie gilt bislang als unheilbar. Das körpereigene Immunsystem der Betroffenen schädigt Teile des zentralen Nervensystems, welche an der Weiterleitung von Impulsen beteiligt sind. Die chronisch entzündliche Erkrankung beginnt oft im frühen Erwachsenenalter. Die Folgen sind unterschiedliche neurologische Defizite. Dazu zählen beispielsweise Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, Minderung der Sehnerven oder eine krampfhafte Erhöhung der Muskelspannung. Der Verlauf der Erkrankung ist bei jedem Patienten individuell, weshalb sie als „Krankheit der tausend Gesichter“ bekannt ist. Die Ursachen sind bislang ungeklärt. Es gibt verschiedene Theorien und Ansätze, aber noch keine wissenschaftlich fundierte Erklärung.

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