Insolvenzrecht: Der Reset-Knopf für Unternehmen in Schieflage

21. September 2020

Der beste Schutz gegen die Insolvenz ist nach wie vor ein solides Unternehmenskonzept in Verbindung mit einer sorgfältigen Finanzplanung. Falls Unternehmer doch einmal in schwieriges Fahrwasser geraten, sollten sie grundlegende Kenntnisse des Insolvenzrechtes besitzen. Diese werden ihnen an der Dresden International University (DIU) in Studiengängen und Kursen von Experten aus der Praxis vermittelt.

Die Insolvenz gilt vielen als Horrorszenario. Geschäftsführer fürchten die Zahlungsunfähigkeit als Beginn einer langanhaltenden Tortur und als Ende ihrer unternehmerischen Tätigkeit. Dabei sollte die Insolvenz dieses Stigma eigentlich längst verloren haben. Mit der Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 und des Schutzschirmverfahrens im Jahr 2012 ist das Insolvenzverfahren mehr denn je darauf ausgelegt, Unternehmen zu retten und ihnen eine neue Perspektive zu geben. „Zur Marktwirtschaft gehört das Ausscheiden aus dem Markt genauso wie der Eintritt in den Markt einfach dazu. Deswegen ist eine Insolvenz grundsätzlich ein ganz normaler Marktmechanismus“, sagt Thomas Mulansky. Der Rechtsanwalt ist Experte im Insolvenzrecht und Dozent an der Dresden International University (DIU). „Eine Insolvenz ist immer eine Herausforderung. In vielen Fällen kann sie aber eine echte Chance für das ins Straucheln geratene Unternehmen sein, um sich neu aufzustellen“, führt Thomas Mulansky fort.

Corona versetzt zahlreiche Branchen in Not
Dass die Insolvenz wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerät, hängt maßgeblich mit der Corona-Krise zusammen. Ganze Branchen leiden unter den Auswirkungen der Pandemie, unzählige Unternehmen stehen vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Bundesregierung hat milliardenschwere Hilfspakete auf den Weg gebracht, um Unternehmen zu retten und die Wirtschaft anzukurbeln. Zu den Maßnahmen zählt auch die Befreiung für Unternehmen bis Ende September 2020, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen – ein massiver Eingriff in das Insolvenzrecht. Thomas Mulansky sieht die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zwiespältig: „Die Regelung ist grundsätzlich richtig und wichtig, um die angespannte Situation zu beruhigen. Allerdings löst es das Problem nicht und verschiebt es nur in die Zukunft. In vielen Fällen führt das dazu, dass die Unternehmen ihre Reserven verbrauchen. Am Ende des Tages werden zahlreiche Insolvenzverfahren von Unternehmen auf uns zukommen, in denen überhaupt kein verwertbares Vermögen mehr vorhanden ist.“

Die Corona-Pandemie ist eine Ausnahmesituation und war für Unternehmer unmöglich vorherzusehen. Nur in den wenigsten Fällen lassen sich Insolvenzen auf derartige Krisen zurückführen. „In 95 Prozent der Fälle führen Managementfehler zu Insolvenzen. Die Hauptursache ist also fast immer in einer mangelhaften Unternehmensführung zu finden“, berichtet Thomas Mulansky seine Erfahrungen. Den besten Schutz vor einer Insolvenz biete ein klares Unternehmenskonzept in Kombination mit einer gewissenhaften Finanz- und Liquiditätsplanung. „Wenn Unternehmer das beherzigen, dann sind sie gut davor gewappnet, unkoordiniert und unkontrolliert in eine Insolvenz zu schlittern“, so Thomas Mulansky weiter.

Wirtschaft und Recht – DIU-Studiengang vereint kaufmännische und rechtliche Aspekte des Unternehmertums
Wie Unternehmer ein solch tragfähiges Unternehmenskonzept aufbauen und solide wirtschaften, vermittelt der Masterstudiengang „Wirtschaft und Recht“ an der Dresden International University (DIU). Das Programm lehrt die notwendigen kaufmännischen sowie planerischen Fähigkeiten und verbindet sie mit ausgewählten rechtlichen Aspekten der Unternehmensführung. Das Studium richtet sich an Absolventen jeglicher Fachrichtungen, die unternehmerisch tätig werden wollen. „Ingenieure, Kaufleute und Juristen lernen, wie sie ein Unternehmen kaufmännisch so führen, dass sie ihren Blick nach vorne richten können und nicht von der Zukunft überrascht werden“, sagt Thomas Mulansky.

Falls Unternehmen doch in Schieflage geraten, sind grundlegende Kenntnisse von Insolvenzverfahren unabdingbar. Aus diesem Grund stellt das Insolvenzrecht einen integralen Teil der Ausbildung im DIU-Studiengang „Wirtschaft und Recht“ dar. Auch abseits des Studiums bietet die DIU ein fundiertes Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Insolvenzrecht. Hierzu gehört das „Forum Insolvenzpraxis“, das Praktiker aus insolvenznahen Berufen zusammenbringt. Die Teilnehmer diskutieren über aktuelle Themen aus dem Bereich des Insolvenzrechts mit hohem Praxisbezug. Das nächste „Forum Insolvenzpraxis“ findet im April 2021 in Dresden statt. 

Weitere Informationen zum Studiengang „Wirtschaft und Recht“ sowie dem „Forum Insolvenzpraxis“

 

 

 

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