Prof. Dr. med. Tjalf Ziemssen


Fachgebiet

Während seines PostDoc-Aufenthalts am Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Abteilung Neuroimmunologie, München-Martinsried (2000-2003) hat sich Prof. Dr. med. Tjalf Ziemssen intensiv mit neuroimmunologischen Fragestellungen auseinandergesetzt, wobei tierexperimentelle als auch klinisch-humane Forschungsansätze verfolgt wurden. Nach seiner Rückkehr nach Dresden im Jahre 2004 baute er das neuroimmunologische Labor (NIL) auf, in dem tierexperimentell, molekularbiologisch und zellkultur-immunologisch gearbeitet wird. Zwei Jahre später (2006) gründete Ziemssen das Multiple-Sklerose-Zentrum am Universitätsklinikum in Dresden.

Seit Anfang 2020 ist Prof. Dr. Ziemssen wissenschaftlicher Leiter des Masterstudiengangs Multiple Sklerose Managements, welcher Ärzte, Apotheker, Therapeuten, Wissenschaftler oder Pflegepersonal zu MS Spezialisten ausbildet.

© Phil Hubbe

Zum Studiengang

Akademischer/beruflicher Werdgang

1992-1998     
Studium der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum, Germany; Bern, Schweiz; London, Großbritannien

2000             
Approbation als Arzt

1998-2000   
Arzt im Praktikum, Neurologische Intensivstation, Neurologische Klinik und Poliklinik (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. H. Reichmann), Universitätsklinik Carl-Gustav Carus der TU Dresden;

1999              
Promotion an der Ruhr-Universität Bochum mit der Dissertation „In-vitro Modulation der 5α-Reduktase-Aktivität im Epithel und Stroma der benignen Prostatahyperplasie      (BPH) durch Phospho­lipide“ („summa cum laude“)

2000-2003  
Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut für Neurobiologie Martinsried, Abteilung Neuroimmunologie (Direktor: Prof. Dr. H. Wekerle, Arbeitsgruppen: Prof. Dr. R. Hohlfeld, PD Dr. Antonio Iglesias) als Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Seit 2001      
Leiter des autonomen und neuroendokrinologischen Funktionslabors (ANF) Dresden

2003             
Wissenschaftlicher Assistent der neurologischen Universitätsklinik Dresden

Seit 2004     
Leiter des neuroimmunologischen Labors (NIL) Dresden

2006             
Facharzt für Neurologie (Board Exam); Oberarzt der neurologischen Universitätsklinik Dresden

Seit 2007     
Leiter des Multiple Sklerose-Zentrums der neurologischen Universitätsklinik Dresden

2008             
Leiter der AG Neuro-Metabolismus der Neurologie und Medizinischen Klinik III

2009             
Habilitation

2011               
Berufung auf die W2 Professur für klinische Neurowissenschaften, TU Dresden

Seit 2013      
Leitender Oberarzt der neurologischen Universitätsklinik Dresden

Seit 2015  
Stellvertretender Klinikdirektor der neurologischen Universitätsklinik Dresden

Forschung

Bereits 2001 gründete Prof. Dr. Ziemssen in Dresden das autonome und neuroendokrinologische Funktionslabor (ANF), das mit Hilfe seiner Hardware und Software-Infrastruktur Messungen des autonomen Nervensystems zulässt. So wurde zum Beispiel die Technik der trigonometrischen Spektralanalyse (MTRS) zur Analyse kardiovaskulärer Biosignale neben der Entwicklung eigener Messplätze am Zentrum etabliert (SUEMPATHIE 800, Fa. Suess Medizin-Technik, Aue, Germany). Dabei konnten sowohl bei Patienten mit extrapyramidalen Erkrankungen als auch mit anderen neurologischen und internistischen Erkrankungen besondere autonome Funktionsmuster beschrieben werden. Als weitere neue Methode wurde die retinale Gefäßanalyse (Retinal Vessel Analyzer der Fa. Imedos, Jena) zur Beschreibung der endothelialen Funktion eingeführt und weiterentwickelt.

Seit 2011 werden die vielfältigen Forschungsrichtung von Prof. Ziemssen am Zentrum für klinische Neurowissenschaften (ZKN) gebündelt, nachdem er mit dem Ruf auf die Professur für klinische Neurowischenschaften die Leitung dieses Bereichs übernommen hatte, den er wesentlich entwickelt hatte. Ein besonderer Focus liegt im Bereich des neuroimmunologischen Labors im Verständnis der Wirkweisen unterschiedlicher Immuntherapien und der Charakterisierung und Validierung (immunologischer) Biomarker, um die Therapieresponse zu charakterisieren. Aktuell erfolgt eine intensive Erfosrchung von Neurodestruktionsmarkern bei unterschiedlichen (neurologischen) Erkrankungen. Klinischer Mittelpunkt am ZKKN bleibt die Versorgung des MS Zentrums.

Im Bereich des immer weiterwachsenden MSZ haben sich in den letzten Jahren zwei weitere Forschungsfelder entwickelt: Die Real World Datenanalysen sowie die Implementation digitaler Infrastrukturen und Analysen In der eHealth Arbeitsgruppe. Das am weitesten entwickelte MS Dokumentationssystem MSDS3D stammt aus dem hiesigen Haus. Neue wichtige pharmakoökonmische Verfahren wie der MS-HRS konnten entwickelt werden. 

Veröffentlichungen/Publikationen

Lehre

Neben der klassischen Wissensvermittlung durch den erfahrenen MS-Experten Prof. Dr. Ziemssen in Vorlesungen und Tutorien dienen Hospitationen in speziell ausgewählten Zentren mit großer Erfahrung in Diagnostik und Therapie der direkten praktischen Umsetzung der erlernten Inhalte vor Ort. Der starke Praxisbezug des Studiengangs spiegelt sich außerdem in der Durchführung mehrerer Fallkonferenzen und Journalclubs wider, in denen konkrete Patientenfälle Prof. Dr. Ziemssen mitsamt ihrer diagnostischen und differenzialdiagnostischen Komplexität sowie ihrem Krankheitsverlauf und ihren Therapieoptionen bzw. tagesaktuell wichtige MS Publikationen diskutiert werden.