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Bachelorstudiengang

Anwendungsorientierte Pflegewissenschaft, B.Sc.


Studienstart: WS 2018/2019
Studienort: Dresden und Straubing
Studiendauer: 7 Semester
Preis: 12.950,- €

Kontakt

Dipl.-Päd. Univ. Jan Schackert, M.A.

Tel:  0351 40470-122
Fax: 0351 40470-110
jan.schackert@di-uni.de


 
 
 

Wissenschaftlich & praxisnah - Die Pflege der Zukunft.

Der Bachelorstudiengang „Anwendungsorientierte Pflegewissenschaft“ vertieft und erweitert die Praxis von Berufstätigen aus allen Pflegeberufen. Neben der Erweiterung der klinischen Expertise im Sinne von „Advanced Nursing Practice“ steht vor allem die Vermittlung von Kompetenzen zur reflektierten, fallbezogenen Entscheidungsfindung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse im Fokus. Die Absolventen werden befähigt, die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis zu vereinen und für die Aufgaben im Pflegealltag anzuwenden. Darüber hinaus werden kommunikative Kompetenzen im Sinne einer zielgerichteten Gesprächsführung erworben. Für Absolventen ergibt sich durch die Vertiefung und Erweiterung der bestehenden pflegepraktischen Kenntnisse ein deutlicher Kompetenzgewinn, da u.a. die Behandlung von komplexen und multiperspektivischen Fällen in das eigene Wissensrepertoire übernommen werden kann. Mit den Erkenntnissen aus Praxis und Wissenschaft wird ein reflektierter Umgang angestrebt, um daraus abgeleitet, die eigene Handlungskompetenz zu erweitern. Zudem wird die Stärkung der Pflegeberatung durch den Kompetenzgewinn ermöglicht.

Die Lehrveranstaltungen des Bachelorstudienganges finden in den ersten 6 Semestern zu gleichen Teilen in Dresden und Straubing statt. Pro Semester sind 1 Blockwoche (Montag bis Sonntag) und 6 bzw. 7 Blöcke jeweils von Donnerstag bis Sonntag zu absolvieren.

Im 7. Semester wird die Bachelorarbeit geschrieben. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird der Titel „Bachelor of Science“ (B.Sc.) verliehen.  

Nach erfolgreicher Absolvierung des Studiengangs ergeben sich folgende berufliche Aufgabenbereiche:

  • Tätigkeiten in Stabsstellen; Qualitäts- und Risikomanagement; Schnittstellenkoordination; Praxisentwicklung

  • Mitarbeit/Koordination interdisziplinärer Projekte (z.B. Versorgungsforschung)

  • Mitarbeit/Koordination Gesundheits- und pflegewissenschaftlicher Projekte

  • Als Pflegexperte (Beratung, Gesundheitsförderung etc.); Arbeit mit und am Patienten/ in der direkten Patientenversorgung

  • Tätigkeiten in der Lehre/beruflichen Bildung

Der Studiengang richtet sich an alle, die nach ihrer klassischen Pflegeausbildung auch einen wissenschaftlichen Anspruch an ihre pflegerische Arbeit stellen. In den Vorlesungen und (Praxis-)Seminaren werden allgemein wissenschaftliche sowie fachspezifische Themen aus pflegerischer Sicht behandelt (bitte siehe Abschnitt Curriculum).

Ziel des Studiengangs ist erstens, die Studierenden zur Analyse von komplexen pflege- /therapierelevanten Gesundheitsproblemen zu befähigen und zweitens, eigenständig evidenzbasiertes Wissen in den individuellen klinischen Kontext zu setzen, um darauf aufbauend pflegerische sowie therapeutische Interventionspläne und Problemlösungsstrategien zu erarbeiten und weiter zu entwickeln sowie in der direkten Patientenversorgung anzuwenden.

 Im Studiengang werden u.a. folgende Schwerpunkte vermittelt:

  • Wissenschaftlich fundiertes, differenziertes Fallverstehen und zur Selbstständigkeit angeleitetes, reflektiertes, fachlich auf höchstem Niveau fundiertes professionelles Handeln,
    -
    Wissenschafts- und Forschungskompetenzen

  • Pflegerische und therapeutische Interventionen im stationären wie auch ambulanten Sektor, ausgerichtet am Bedarf und der Komplexität des Versorgungsauftrages,
    -
    Professionelle Handlungskompetenzen in der Pflege

  • Entwicklung patientennaher, bedarfsorientierter Versorgungsansätze nach neuestem Stand der Forschung bzw./oder mit wissenschaftlicher Expertise,
    -
    Theorie-Praxis-Transferkompetenzen

  • Kritisch-analytische Auseinandersetzung mit sozial-, gesundheits-, pflege- und medizinwissenschaftlichen Theorien,
    -
    Interdisziplinäres Wissen; Analysekompetenzen; Bewertungskompetenzen

  • Reflexion von gesetzlichen Grundlagen, ethischen Prinzipien und pflegerisch-therapeutischen Methoden im Pflege- und Gesundheitswesen,
    -
    Wissen über die Rahmenbedingungen professionellen, pflegerischen Handelns; Reflexionskompetenzen

Sie bekommen einen ersten akademischen Abschluss (Bachelor of Science). Sie entwickeln sich persönlich weiter und eignen sich Fähigkeiten an, die sie für anspruchsvolle Aufgaben in ihrer beruflichen Zukunft qualifizieren. Durch die Verknüpfung von zwei Studienorten erhalten Sie zudem die Möglichkeit, die wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnisse unterschiedlicher Akteure des Gesundheitswesens kennenzulernen. Auf Grund der interaktiven Lehrformen des Studiengangs profitieren Sie in besonderem Maße von den Erfahrungen der Kommilitonen und Dozenten aus Theorie und Praxis.

Modul 1: Professionalität in der Pflege

  • Geschichte und Politik der Pflege/historische Pflegeforschung
  • Pflegetheorien, Pflegeverständnis und Professionalisierung (der Pflege)
  • Einstieg in EBN
  • Hermeneutik – Begriffserklärung und Transfer auf alltagspraktische Situationen

Modul 2: Juristische Themenfelder im Pflegekontext

  • Rechtliche Grundlagen für Pflege- und Gesundheitsberufe
  • Juristisch relevante Themenfelder für die ambulante und stationäre Altenpflege
  • Juristische relevante Themenfelder für die stationäre Krankenpflege (Klinik)
  • Juristische relevante Themenfelder für die rehabilitative und präventive Versorgung
  • Sozialgesetzgebung – konkrete Fallanwendung
  • Staatliche Systeme der Daseinsvorsorge, gesundheitliche Vorsorge, finanzielle Vorsorge
  • Selbstbestimmung, Fremdbestimmung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Einweisung gegen den eigenen

Modul 3: Ethik in Handlungsfeldern der professionellen Pflege

  • theoretische Grundlagen und ausgewählte Grundprinzipien der Ethik
  • reflektierter Umgang mit dem eigenen ethischen Denken und moralischen Handeln
  • Methoden der angewandten Ethik, z.B. den verschiedenen Formen einer Ethikberatung, ethischen Fallbesprechungen oder Konzilen

Modul 4: Qualitäts- und Risikomanagement

  • bereichsspezifische Begrifflichkeiten und Definitionen Methoden und Instrumente
  • Prozessmanagement
  • Systeme und (interne + externe) Bewertungsverfahren
  • Risikomanagement

Modul 5: Epidemiologie – Transfer in die Pflege und Medizin

  • Gesundheits- und Pflegeberichterstattung
  • Epidemiologie (Maßzahlen, Studiendesigns/-typen, Aufgaben)

Modul 6: Prävention und Rehabilitation

  • lernt die Bedeutung der Begriffe Prävention und Rehabilitation sowie deren Wertigkeit in der Gesellschaft.
  • Im Bereich der Prävention werden die Grundlagen von Sport und Gesundheit, Public Health sowie BGF/BGM vermittelt.
  • Im Bereich der Rehabilitation werden die fachlichen und rechtlichen Grundlagen der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation vermittelt.

    - Differentialdiagnostische Verfahren der Rehabilitation
    - Methoden der ambulanten, teilstationären, stationären und mobilen Rehabilitation
    - Strategien und Verfahrensweisen zur beruflichen und sozialen Wiedereingliederung
    - Rehabilitation bei onkologischen Erkrankungen
    - Internistische, orthopädisch-traumatologische, neurologisch-nervenärztliche und geriatrische Rehabilitation

Modul 7: Differentielle Kommunikationskompetenzen für Pflegekräfte

  • Grundprinzipien sowie differentialpsychologische Diagnostik zwischenmenschlicher Kommunikation
  • Differentielle Kommunikationsstile und deren Auswirkung auf die berufliche Kommunikation
  • Zielgerichtete Gesprächsführung und kommunikatives Handeln in pflegerelevanten Situationen

Modul 8: Pflege- und Gesundheitsökonomie

  • Finanzierung/Entgeltsysteme im stationären und ambulanten Bereich
  • (inter-)nationale Gesundheitspolitik mit Schwerpunkt Versorgungsmodelle
  • Gesundheitsökonomische Evaluation

Modul 9: Empirische (Sozial-)Forschung: Quantitative Methoden

  • Herausforderungen empirischer Forschung
  • Gestaltung von Fragebögen
  • Grundlegende Verfahren deskriptiver Statistik
  • Grundlegende statistische Testverfahren
  • Verständnis statistischer Modelle
  • Datenanalyse mit EDV-Anwendungen

Modul 10: Klinische Pflege I – Onkologie

  • Medizinische und pflegerische Grundlagen der Versorgung von Patient(inn)en und Angehörigen in der onkologischen Praxis
  •  ausgewählte Interventionsmöglichkeiten und spezielle Tätigkeiten in der Pflege onkologischer Patient(inn)en
  • Für die onkologische Pflege relevante Standards

Modul 11: Empirische (Sozial-)Forschung: Qualitative Methoden

  • Grundlagen qualitativer (Sozial-)Forschung
  • Rolle der Forschenden
  • Methoden/Erhebungsverfahren und Auswertung qualitativer Daten
  • Grundhaltung qualitativer Forschung
  • Gütekriterien qualitativer Forschung

Modul 12: Klinische Pflege II - Intensivpflege und Anästhesie

  • Grundlagen der Intensivpflege und Anästhesie
  • Intensivpflege bei ausgewählten Krankheitsbildern (Pneumonie, Sepsis, Polytrauma, Schlaganfall, Myokardinfarkt, gastrointestinale Blutungen, akute Pankreatitis, Delir)
  • Tätigkeiten, Therapieverfahren und Pflegetechniken in der Intensivpflege und Anästhesie

Modul 13: Evidenzbasierte Pflege

  • Grundlagen evidenzbasierter Pflege und Gesundheitsversorgung
  • Kritische Bewertung von Evidenz
  • Evidenzbasierte und patientenorientierte Entscheidungsfindung
  • Implementierung evidenzbasierter pflegerischer Interventionen

Modul 14: Klinische Pflege III – Palliativpflege und Advanced Care Planning

  • Theorie und Praxis von ausgewählten Bereichen der pflegerischen Palliativversorgung
  • Theorie und Praxis von Advanced Care Planning mit Transfer in die ambulanten und stationären Versorgungsfelder
  • Palliativpflegerische Versorgung und Sterbebegleitung im Pflegeheim
  • Netzwerk der palliativmedizinischen und –pflegerischen Versorgung im regionalen Kontext
  • Juristische und soziale Grundlagen (Im Rückgriff auf die vermittelten Lehrinhalte in M2)
  • Grundlagen des Betreuungsrechtes (Im Rückgriff auf die vermittelten Lehrinhalte in M2)
  • Schnittstellen zwischen Sozial- und Gesundheitswesen (Bearbeitung anhand von Fallbeispielen)
  • „Von der Diagnose zur abgestimmten Therapie“(Entscheidungsfindung in der Medizin und Definition von Therapiezielen)
  • Selbstbestimmung von Patienten (informed consent und mutmaßlicher Wille)
  • „Ethisch entscheiden im Team“, Fallsimulation, Supervision (Rückgriff auf die vermittelten Inhalte aus Modul 7)

Modul 15: Aufklärung, Beratung und Anleitung in pflegerischen Handlungskontexten

  • Grundlagen und Anwendungsbereiche psychologischer und psychosozialer Beratung im Gesundheitsbereich
  • Aufklärung, Beratung und Anleitung von Patienten und Angehörigen

Modul 16: Klinische Pflege IV - Ambulante-stationäre Versorgungsmodelle

  • Medizinisches Überblickswissen über gesamtgesellschaftlich relevante Krankheitsbilder und die sog. Volkskrankheiten
  • Ambulante Versorgungsstrukturen und –modelle (im regionalen Kontext)
  • Case-Management, Netzwerk, Team
  • Zukunftsweisende Konzepte der ambulanten Versorgung
  • Rechtliches und sozialpolitisches Kontextwissen
  • Ergänzende teilstationäre Angebote, vor allem im Hinblick auf die Versorgung von Menschen mit Demenz
  • Versorgung von Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld

Modul 17: Praxistransfer und Supervision

  • Praxisbasierte Festigung und Vertiefung der Wissensinhalte der Module aus den Semestern im wissenschaftlichen Kontext.
  • Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens

Wissenschaftlicher und fachlicher Beirat

Prof. Dr. em. Herbert Bock
Hochschule Zittau/Görlitz, Studiengang Kommunikationspsychologie

Dipl.-PGW Jana Luntz
Universitätsklinikum Dresden, Pflegedirektorin

Dr. Martin Huber
REHA Zentrum Straubing, Facharzt für Innere Medizin, Geschäftsführer

Dr. Sandra Hasslöwer
Caritas Altenheim Marienstift und Caritas Pflegezentrum AN DER ALTEN WAAGE in Straubing, Sozialpädagogin, Einrichtungsleitung

Prof. Dr. Martin Knoll
Katholische Stiftungshochschule München, Professor für Pflegewissenschaft

Dozenten (Auswahl)

  • Prof. Dr. em. Herbert Bock
  • Dipl.-PGW Jana Luntz
  • Dr. Martin Huber
  • Dr. Sandra Hasslöwer
  • Prof. Dr. Martin Knoll
  • Prof. Dr. med. Jochen Schmitt
  • Prof. Dr. med. Joachim Kugler
  • Dr. Isolde Leeb
  • Dr. Jürgen Grundnig
  • Franz Xaver Knott
  • Maria Laußer
  • Abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in oder Altenpfleger/-in
  • Mindestens zweijährige einschlägige Berufserfahrung
  • Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife Oder: Hochschulzugangsprüfung an der DIU
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