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Masterstudiengang

Palliative Care, M.Sc.


Start des Programms:Auf Nachfrage
Studiendauer:2 Jahre
ECTS-Punkte:60
Abschluss:Master of Science (M.Sc.)
Studiengebühren:15.000 EUR
Bewerbungen um ein Teilstipendium sind möglich!

Kontakt

Dipl.-Volksw. Simone Krautz

Tel:  0351 40470-121
Fax: 0351 40470-110
palliative@di-uni.de



Palliative Care ist eine multiprofessionelle Aufgabe, deren Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung zunimmt und deshalb politisch besonders gefördert wird. Die Teilnehmer des berufsbegleitenden Studiengangs werden zu einer verbesserten eigenen (ärztlichen, pflegerischen, physiotherapeutischen etc.) Berufspraxis und zu einem vertieften Verständnis für die wissenschaftlich fundierten Hintergründe im Bereich Palliative Care qualifiziert. In Vertiefung zu anderen palliativmedizinischen Weiterbildungsangeboten vermittelt der Studiengang den Studierenden neben anwendungsorientiertem Grundlagenwissen umfassende Kenntnisse zu den vielschichtigen Rahmenbedingungen einer zeitgemäßen palliativen Versorgung. Als weiteres Qualifizierungsmerkmal vermittelt das Masterprogramm Befähigungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, zur Lehre und zur Wahrnehmung von Leitungsaufgaben. Ergänzt werden diese Inhalte durch juristische und ethische Aspekte von Entscheidungen am Lebensende sowie durch Thematisierung der philosophischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Krankheit, Leiden und Sterben.

Die ganzheitliche Betreuung lebensbedrohlich erkrankter und sterbender Menschen erfährt nicht erst angesichts sich abzeichnender demografischer Wandlungen zunehmende Aufmerksamkeit. Lange Zeit war neben Prävention, Kuration und Rehabilitation der Palliation nicht die gleiche und angemessene Aufmerksamkeit gewidmet worden. Nach zunächst zögerlicher Entwicklung spezialisierter Betreuungsangebote im stationären Bereich sind die Träger der gesetzlichen Krankenkassen mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz aufgefordert, Strukturen für eine spezialisierte ambulante Palliativbetreuung zu fördern. Es wird ein abgestuftes Betreuungssystem für Palliativpatienten mit Basisangeboten an jedem Ort und Spezialbetreuung für diejenigen, deren Beschwerden physischer, psychischer, sozialer, spiritueller und kulturellen Art einer besonders intensiven Unterstützung bedürfen, entwickelt. Der Ausbau von Betreuungsangeboten macht eine umfassende Qualifikation aller Berufsgruppen erforderlich, die Schwerstkranke und Sterbende versorgen.

Der erstmals in Deutschland angebotene berufsbegleitende Masterstudiengang Palliative Care wendet sich an Menschen, die regelmäßig Palliativpatienten betreuen, ob in der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin, Notfall- oder Intensivmedizin, Neurologie, Onkologie, in Alten- und Pflegeheimen, stationären Hospizen oder spezialisierten Palliativstationen bzw. beim ambulanten Hospizdienst. Angesprochen sind Ärzte, Psychologen, Seelsorger, Sozialpädagogen, Pflegewissenschaftler oder andere Berufsgruppen mit Hochschulabschluss. Teilnehmer ohne Hochschulabschluss können den Studiengang belegen und erhalten für ihre Teilnahme ein Zertifikat.

Ziel ist es, die vorhandenen Kenntnisse in Palliative Care zu vertiefen. Schmerztherapie und Symptomkontrolle, Kommunikation, ethische Entscheidungskompetenz und juristische Aspekte werden ebenso vermittelt, wie die konzeptionelle Erarbeitung und Realisation zeitgemäßer Betreuungsstrukturen. Daneben werden grundlegende Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten, zur Lehre und Leitungstätigkeit in Palliative Care dargestellt. Die Kursinhalte werden abgerundet durch die Auseinandersetzung mit philosophischen und künstlerischen Aspekten im Kontext zu Leiden, Sterben und Tod.

Der Teilnehmer erwirbt nach erfolgreichem Abschluss des Studiums den international anerkannten akademischen Titel „Master of Science in Palliative Care“ (M.Sc.). Er wird befähigt, Wissen, Fähigkeiten und Haltungen im Kontext zu Leiden, Sterben und Tod zu festigen, palliative Betreuungsangebote zu etablieren sowie palliative Grundkompetenzen an andere weiter zu geben.

Fortbildungspunkte bei der Sächsischen Landesärztekammer (SLAEK) werden beantragt.

Das Masterstudium erstreckt sich über zwei Jahre und ist in vier Semester unterteilt. Die Vermittlung der Studieninhalte erfolgt hauptsächlich in Form von Vorlesungen, Seminaren und Expertengesprächen. Das Studium umfasst insgesamt 558 Präsenzstunden. Inhaltlich ist das Studium in sechs Module unterteilt, die jeweils am Semesterende mit Prüfungsleistungen abgeschlossen werden. Das vierte Semester ist der Anfertigung der Masterthesis vorbehalten. Die Präsenzzeit umfasst drei Wochen (montags bis sonntags) in den ersten drei Semestern. Die Lehrveranstaltungen finden überwiegend an der Dresden International University statt. Über die Veranstaltungstermine und -orte werden die Teilnehmer rechtzeitig vor Semesterbeginn informiert.

Inhaltlich werden in den Modulen folgende Schwerpunkte thematisiert:

Modul 1: Grundlagen I: Geschichte, Aufgaben und wissenschaftliche Grundlagen von Palliative Care

  • Epidemiologische und therapeutische Grundlagen
  • Multiprofessionelles Arbeiten
  • Symptomkontrolle und Schmerztherapie
  • Forschungsmethodik und klinische Studien

Modul 2: Grundlagen II: Ethik, Recht und Philosophie von Entscheidungen am Lebensende

  • Juristische und ethische Dimensionen
  • Neurologie (apallisches Syndrom, Hirntod)
  • Trauer, Arbeit mit Hinterbliebenen
  • Sterbebegleitung
  • Kunst und künstlerische Therapie

Modul 3: Aufbau I: Infrastrukturen und fallbezogenes Arbeiten

  • Versorgungsstrukturen, sozialrechtliche und ökonomische Grundlagen
  • Fallbezogenes Arbeiten (Symptomkontrolle und psychosoziale Probleme)

Modul 4: Aufbau II: Schwerpunkt Sinn und Tradierung

  • Sinnfragen und Spiritualität am Lebensende
  • Lernpsychologie
  • Spiritual Care
  • Didaktik der Erwachsenenbildung
  • Öffentlichkeitsarbeit

Modul 5: Vertiefung I: Palliative Care als multiprofessionelle und interdisziplinäre Aufgabe

  • Besondere Aspekte der Pflege und Physiotherapie
  • Arbeiten im multiprofessionllen Team
  • Altenpflege und Palliativmedizin
  • Burnout und Supervision
  • Kreativität in Palliative Care

Modul 6: Vertiefung II: Besondere Patientengruppen, Kontroversen und Konflikte

  • Pädiatrische Palliativmedizin
  • Ethnische Besonderheiten
  • Dementielle, pulmonologische und kardiologische Krankheitsbilder
  • Kommunikation in Konfliktsituationen

Wissenschaftliche Leitung und Dozenten im Studiengang:

  • Herr PD Dr. U. Schuler
    Ärztlicher Leiter Palliativmedizin, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden,
  • Frau Dr. B. Schubert
    Leitende Oberärztin Abteilung Onkologie und Palliativmedizin, Krankenhaus St. Joseph-Stift, Dresden
  • Herr Prof. Dr. H. C. Müller-Busch
    Ltd. Arzt i.R. Abteilung für Anästhesiologie, Palliativmedizin und Schmerztherapie, Gemeinschafts-krankenhaus Havelhöhe, Berlin
  • Herr PD Dr. U. Wedding
    Chefarzt Abteilung für Palliativmedizin, Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Jena

Dozenten im Studiengang

  • Herr Dr. B. Alt-Epping
    Oberarzt Abteilung Palliativmedizin, Universitätsmedizin Göttingen
  • Herr Prof. Dr. S. Dorschner
    Professur für Theorie und Praxis der Pflege, Studiengangsleiter Master ANP und PCN, Ernst-Abbe Fachhochschule Jena
  • Herr M. Gaspar (M.A.)
    Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler, Psychoonkologe, Leiter der Psychosozialen Abteilung, Rehabilitationsklinik Nordfriesland St. Peter-Ording
  • Herr Dr. M. Girke
    Ltd. Arzt Allgemeininnere, Stv. Ärztl. Leiter Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
  • Frau Dr. U. Grom
    Direktorin Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit Dresden gGmbH
  • Herr Dr. D. Häckl
    Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Allokationstheorie, TU Dresden
  • Herr Dr. Thomas Hagen
    Doktor der Theologie, Pastoralreferent, Seelsorger am Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin und Fachreferent für Palliative Care, Klinikum München Großhadern
  • Herr Dr. Eric Hempel
    Medizinischer Direktor, Städtische Klinikum Görlitz gGmbH, Görlitz
  • Frau Prof. Dr. V. Holthoff
    Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Bereichsleiterin für Gerontopsychiatrie, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie/Zentrum für Seelische Gesundheit, Universitätsklinikum Carl Gus-tav Carus, Dresden
  • Frau Dipl. Psych. B. Hornemann
    Psychologische Psychotherapeutin, Psychoonkologin, UniversitätsKrebsCentrum (UCC), Universi-tätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden
  • Herr Dr. T. Jehser
    Oberarzt Palliativmedizin, Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, Berlin
  • Herr Dr. C. Linné
    Facharzt für Urologie, Gemeinschaftspraxis im Ärztehaus, Krankenhaus St. Joseph-Stift, Dresden
  • Herr PD Dr. W. Meißner
    Chefarzt Abteilung für Palliativmedizin, Klinik für Innere Medizin II, Bereichsleiter Schmerztherapie, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Jena
  • Herr Melching
    Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, Trauerbegleiter, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Pal-liativmedizin e.V.
  • Frau Monika Müller (M.A.)
    Ansprechstelle im Land Nordrhein-Westfalen zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung, Leiterin ALPHA Rheinland, Bonn
  • Herr Andreas Müller
    Leiter spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden
  • Herr Prof. Dr. F. Nauck
    Direktor der Abteilung Palliativmedizin, Universitätsmedizin Göttingen
  • Herr P. Nieland
    Leitung Physiotherapie, Malteserkrankenhaus Bonn/Rhein-Sieg
  • Herr Prof. Dr. F. Oehmichen
    Leitender Chefarzt des Bereichs Kardiologie, Klinik Bavaria, Kreischa
  • Prof. Dr. C. Ostgathe
    Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen
  • Herr Dr. B. Peikert
    Arzt für Anästhesiologie, eigene Praxis für ambulante Anästhesie und Akupunktur
  • Herr Prof. Dr. M. Ragaller
    Leitender Oberarzt der Intensivtherapiestation, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden
  • Frau Petra Rechenberg-Winter
    Dipl. Pädagogin und Psychologin
  • Frau Dr. U. Reuner
    Oberärztin der Neurologie/Psychiatrie/Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden
  • Frau Dr. S. Riha
    Oberärztin Innere Medizin/Pneumologie/Palliativmedizin, Fachkrankenhaus Coswig
  • Herr Prof. Dr. T. Roser
    Professur für Spiritual Care, Klinikum der Universität München Campus Großhadern
  • Herr PD Dr. R. Sabatowski
    Leiter des Universitätsschmerzzentrums (USC), Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden
  • Herr Dr. Thomas Schindler
    Facharzt für Allgemeinmedizin, Home Care Arzt, Berlin
  • Prof. Bernhard Schipp
    Fakultät Wirtschaftswissenschaften - Professur für Quantitative Verfahren - insbesondere Ökonomet-rie, TU Dresden
  • Herr PD Dr. A. Simon
    Geschäftsführer Akademie für Ethik in der Medizin e.V., Göttingen
  • Frau Dr. R. Smeding
    PallEd, Bildungswerkstatt Trauer Erschließen, Würzburg
  • Frau A. Steinmetz
    Diplom Musiktherapeutin , Diplom Sozialpädagogin (FH), Psychotherapie (HPG), NLP-Master-Coach, Trainerin, Berlin
  • Herr Dr. Alexander Stoll
    Diplompsychologe, Supervisor BDP, Dresden
  • Prof. Dr. Maria Wasner
    Professur für Soziale Arbeit in Palliative Care, Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Durchführung von wissenschaftlichen Forschungsprojekten am IZP, München
  • Frau PD Dr. med. K. Weidner
    Oberärztin Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum Carl Gus-tav Carus, Dresden
  • Herr S. Zettl
    Dipl.-Psychologe, Dipl.-Biologe, Psych. Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Sexualtherapeut in eigener Praxis, Heidelberg

Voraussetzungen für die Zulassung zum Masterstudiengang sind:

  • Ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Humanmedizin oder ein anderer berufsqualifizierender Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (gleichwertig 240 ECTS) sowie
  • eine mindestens einjährige Berufserfahrung, vorzugsweise im Bereich der palliativen Versorgung oder in anderen medizinischen Bereichen, in denen kritisch kranke und sterbende Menschen betreut werden.

Über die Zulassung zum Masterstudiengang wird auf der Grundlage der eingereichten Unterlagen durch die Zulassungskommission des Masterstudiengangs entschieden. Die Zulassungskommission behält sich vor, Bewerber zu einem Eingangsgespräch einzuladen.

Netzwerkpartner:
  • MDK Sachsen
  • RKW Sachsen
  • Stiftung Leben mit Krebs