Studium und Weiterbildung
Masterstudiengang
Palliative Care, M.Sc.
| Start des Programms: | 22. November 2010 |
| Studiendauer: | 2 Jahre |
| ECTS-Punkte: | 60 |
| Abschluss: | Master of Science (M.Sc.) |
| Studiengebühren: | 15.000 EUR |
| Kontakt | Dipl.-Volksw. Simone Krautz Tel: 0351 463-32179 |
Palliative Care ist eine multiprofessionelle Aufgabe, deren Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung zunimmt und deshalb politisch besonders gefördert wird. Die Teilnehmer des berufsbegleitenden Studiengangs werden zu einer verbesserten eigenen (ärztlichen, pflegerischen, physiotherapeutischen etc.) Berufspraxis und zu einem vertieften Verständnis für die wissenschaftlich fundierten Hintergründe im Bereich Palliative Care qualifiziert. In Vertiefung zu anderen palliativmedizinischen Weiterbildungsangeboten vermittelt der Studiengang den Studierenden neben anwendungsorientiertem Grundlagenwissen umfassende Kenntnisse zu den vielschichtigen Rahmenbedingungen einer zeitgemäßen palliativen Versorgung. Als weiteres Qualifizierungsmerkmal vermittelt das Masterprogramm Befähigungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, zur Lehre und zur Wahrnehmung von Leitungsaufgaben. Ergänzt werden diese Inhalte durch juristische und ethische Aspekte von Entscheidungen am Lebensende sowie durch Thematisierung der philosophischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit Krankheit, Leiden und Sterben.
Die ganzheitliche Betreuung lebensbedrohlich erkrankter und sterbender Menschen erfährt nicht erst angesichts sich abzeichnender demografischer Wandlungen zunehmende Aufmerksamkeit. Lange Zeit war neben Prävention, Kuration und Rehabilitation der Palliation nicht die gleiche und angemessene Aufmerksamkeit gewidmet worden. Nach zunächst zögerlicher Entwicklung spezialisierter Betreuungsangebote im stationären Bereich sind die Träger der gesetzlichen Krankenkassen mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz aufgefordert, Strukturen für eine spezialisierte ambulante Palliativbetreuung zu fördern. Es wird ein abgestuftes Betreuungssystem für Palliativpatienten mit Basisangeboten an jedem Ort und Spezialbetreuung für diejenigen, deren Beschwerden physischer, psychischer, sozialer, spiritueller und kulturellen Art einer besonders intensiven Unterstützung bedürfen, entwickelt. Der Ausbau von Betreuungsangeboten macht eine umfassende Qualifikation aller Berufsgruppen erforderlich, die Schwerstkranke und Sterbende versorgen.
Der erstmals in Deutschland angebotene berufsbegleitende Masterstudiengang Palliative Care wendet sich an Menschen, die regelmäßig Palliativpatienten betreuen, ob in der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin, Notfall- oder Intensivmedizin, Neurologie, Onkologie, in Alten- und Pflegeheimen, stationären Hospizen oder spezialisierten Palliativstationen bzw. beim ambulanten Hospizdienst. Angesprochen sind Ärzte, Psychologen, Seelsorger, Sozialpädagogen, Pflegewissenschaftler oder andere Berufsgruppen mit Hochschulabschluss. Teilnehmer ohne Hochschulabschluss können den Studiengang belegen und erhalten für ihre Teilnahme ein Zertifikat.
Ziel ist es, die vorhandenen Kenntnisse in Palliative Care zu vertiefen. Schmerztherapie und Symptomkontrolle, Kommunikation, ethische Entscheidungskompetenz und juristische Aspekte werden ebenso vermittelt, wie die konzeptionelle Erarbeitung und Realisation zeitgemäßer Betreuungsstrukturen. Daneben werden grundlegende Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten, zur Lehre und Leitungstätigkeit in Palliative Care dargestellt. Die Kursinhalte werden abgerundet durch die Auseinandersetzung mit philosophischen und künstlerischen Aspekten im Kontext zu Leiden, Sterben und Tod.
Der Teilnehmer erwirbt nach erfolgreichem Abschluss des Studiums den international anerkannten akademischen Titel „Master of Science in Palliative Care“ (M.Sc.). Er wird befähigt, Wissen, Fähigkeiten und Haltungen im Kontext zu Leiden, Sterben und Tod zu festigen, palliative Betreuungsangebote zu etablieren sowie palliative Grundkompetenzen an andere weiter zu geben.
Fortbildungspunkte bei der Sächsischen Landesärztekammer (SLAEK) werden beantragt.
Das Masterstudium erstreckt sich über zwei Jahre und ist in vier Semester unterteilt. Die Vermittlung der Studieninhalte erfolgt hauptsächlich in Form von Vorlesungen, Seminaren und Expertengesprächen. Das Studium umfasst insgesamt 558 Präsenzstunden. Inhaltlich ist das Studium in sechs Module unterteilt, die jeweils am Semesterende mit Prüfungsleistungen abgeschlossen werden. Das vierte Semester ist der Anfertigung der Masterthesis vorbehalten. Die Präsenzzeit umfasst drei Wochen (montags bis sonntags) in den ersten drei Semestern. Die Lehrveranstaltungen finden überwiegend an der Dresden International University statt. Über die Veranstaltungstermine und -orte werden die Teilnehmer rechtzeitig vor Semesterbeginn informiert.
Inhaltlich werden in den Modulen folgende Schwerpunkte thematisiert:
Modul 1: Grundlagen I: Geschichte, Aufgaben und wissenschaftliche Grundlagen von Palliative Care
- Epidemiologische und therapeutische Grundlagen
- Multiprofessionelles Arbeiten
- Symptomkontrolle und Schmerztherapie
- Forschungsmethodik und klinische Studien
Modul 2: Grundlagen II: Ethik, Recht und Philosophie von Entscheidungen am Lebensende
- Juristische und ethische Dimensionen
- Neurologie (apallisches Syndrom, Hirntod)
- Trauer, Arbeit mit Hinterbliebenen
- Sterbebegleitung
- Kunst und künstlerische Therapie
Modul 3: Aufbau I: Infrastrukturen und fallbezogenes Arbeiten
- Versorgungsstrukturen, sozialrechtliche und ökonomische Grundlagen
- Fallbezogenes Arbeiten (Symptomkontrolle und psychosoziale Probleme)
Modul 4: Aufbau II: Schwerpunkt Sinn und Tradierung
- Sinnfragen und Spiritualität am Lebensende
- Lernpsychologie
- Spiritual Care
- Didaktik der Erwachsenenbildung
- Öffentlichkeitsarbeit
Modul 5: Vertiefung I: Palliative Care als multiprofessionelle und interdisziplinäre Aufgabe
- Besondere Aspekte der Pflege und Physiotherapie
- Arbeiten im multiprofessionllen Team
- Altenpflege und Palliativmedizin
- Burnout und Supervision
- Kreativität in Palliative Care
Modul 6: Vertiefung II: Besondere Patientengruppen, Kontroversen und Konflikte
- Pädiatrische Palliativmedizin
- Ethnische Besonderheiten
- Dementielle, pulmonologische und kardiologische Krankheitsbilder
- Kommunikation in Konfliktsituationen
Wissenschaftliche Leitung:
- Herr Prof. Dr. C. H. Müller-Busch
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin - Frau Dr. B. Schubert
Fachärztin für Innere Medizin, Palliativmedizin, Leitende Oberärztin der Abteilung Onkologie und Palliativmedizin am Krankenhaus St. Joseph-Stift Dresden, Vorsitzende der Prüfungskommission zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin der Sächsischen Landesärztekammer - Herr PD Dr. U. Schuler
Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Internistische Onkologie, Palliativmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Herr PD Dr. Ulrich Wedding
Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie sowie Palliativmedizin, Chefarzt der Abteilung für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Jena
Dozenten (Auswahl)
- PD Dipl.-Theol., Dipl.-Caritaswiss. G. Becker, M.Sc. Palliative Care
Fachärztin für Innere Medizin/Palliativmedizin, Oberärztin Palliativstation, Universitätsklinikum Freiburg - Dipl. Theol. U. Braun
Pfarrer und Medizinethiker, Projekt Medizinethik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Prof. Dr. F. Elsner
Facharzt für Anästhesiologie/Palliativmedizin, Leitender Oberarzt der Klinik für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Aachen - Prof. Dr. J. Fauler
Facharzt für Pharmakologie, Institut für Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Dr. W. Freier
Niedergelassener Onkologe, Hildesheim - Dipl.-Sozialpäd. M. Gaspar, M.A.
Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler, Psychoonkologe, Leiter der Psychosozialen Abteilung, Rehabilitationsklinik Nordfriesland, St. Peter-Ording - Prof. Dr. V. Holthoff
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Bereichsleiterin für Gerontopsychiatrie, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie/ Zentrum für Seelische Gesundheit, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Dipl.-Psych. B. Hornemann
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Bereichsleiterin für Gerontopsychiatrie, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie/ Zentrum für Seelische Gesundheit, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Prof. Dr. rer. nat. R. Koch
Medizinischen Fakultät - Institut für Medizinische Informatik und Biometrie, Carl Gustav Carus Dresden - Monika Müller, M.A.
Ansprechstelle im Land Nordrhein-Westfalen zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung, Leiterin ALPHA Rheinland, Bonn - Prof. Dr. F. Oehmichen
Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie und Sozialmedizin, Leitender Chefarzt des Bereichs Kardiologie, Klinik Bavaria, Kreischa - Prof. Dr. M. Ragaller
Facharzt für Anästhesie und Intensivtherapie, Leitender Oberarzt der Intensivtherapiestation, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Dipl.-Päd. Petra Rechenberg-Winter
Dipl.-Pädagogin und Psychologin - PD Dr. T. Reuster
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Sprecher des Komitees für klinische Ethikberatung am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Leitender Oberarzt der Tagesklinik, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie/Zentrum für Seelische Gesundheit, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - PD Dr. R. Sabatowski
Facharzt für Anästhesie und Intensivtherapie, Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie, Leiter des Universitätsschmerzzentrums (USC), Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - Prof. Dr. Michael Sachs
Orthopädische Universitätsklinik Frankfurt a. M. - Prof. Dr. M. Schäfer
Wissenschaftliche Leitung der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin - Dr. Thomas Schindler
Geschäftsführer, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin - Dr. B. Schubert
Fachärztin für Innere Medizin, Palliativmedizin, Leitende Oberärztin der Abteilung Onkologie und Palliativmedizin am Krankenhaus St. Joseph-Stift Dresden, Vorsitzende der Prüfungskommission zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin der Sächsischen Landesärztekammer - PD Dr. U. Schuler
Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Internistische Onkologie, Palliativmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinische Klinik und Poliklinik II - Dr. R. Smeding
PallEd, Bildungswerkstatt Trauer Erschließen, Würzburg - Prof. Dr. jur. D. Sternberg-Lieben
Juristische Fakultät - Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht, TU Dresden - Dr. Alexander Stoll
Dipl.-Psychologe, Supervisor BDP, Dresden - PD Dr. med. K. Weidner
Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden - C. Xander
Psychoonkologin, Universitätsklinikum Freiburg
Voraussetzungen für die Zulassung zum Masterstudiengang sind:
- Ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Humanmedizin oder ein anderer berufsqualifizierender Hochschul- oder Fachhochschulabschluss (gleichwertig 240 ECTS) sowie
- eine mindestens einjährige Berufserfahrung, vorzugsweise im Bereich der palliativen Versorgung oder in anderen medizinischen Bereichen, in denen kritisch kranke und sterbende Menschen betreut werden.
Über die Zulassung zum Masterstudiengang wird auf der Grundlage der eingereichten Unterlagen durch die Zulassungskommission des Masterstudiengangs entschieden. Die Zulassungskommission behält sich vor, Bewerber zu einem Eingangsgespräch einzuladen.




