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Dienstag, 6. Juni 2017

Die führende Rolle der B.Sc. Pflege im Entlassungsprozess

In Ihrer Bachelorarbeit schrieb die Absolventin des Studiengangs „Pflege“ über das Entlassungsmanagement im Zuge eines stationären Aufenthaltes, um den sogenannten „Drehtüreffekt“ zu vermeiden. In einer 2017-Ausgabe der Pflegezeitschrift fasst sie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen. Ein Artikel von Kristin Winkler.

„Sowohl der demographische Wandel, als auch der medizinisch-technische Fortschritt haben den Anstieg einer multimorbiden Patientengruppe zur Folge und stellen das deutsche Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung. Es gilt immer mehr Patienten mit einem poststationären Unterstützungs- und Versorgungsbedarf zu informieren, zu begleiten und ausreichend zu beraten, um den „Drehtüreffekt“ zu reduzieren. Aber spiegelt sich dieser Bedarf auch in der Ausbildung wider?

Insbesondere seit der Einführung der Diagnosis Related Groups im Jahre 2004 ist der Drehtüreffekt, also die Wiederaufnahme eines Patienten aufgrund der identischen Diagnose, verstärkt im Klinikalltag zu beobachten. Durch die Verkürzung der Liegedauer werden Patienten frühzeitig und oftmals unzureichend vorbereitet in die Häuslichkeit oder weiterführende Einrichtungen entlassen. Dort auftretende Komplikationen führen den Patienten wieder zurück ins Krankenhaus, wo eine Wiederaufnahme oftmals unumgänglich ist, jedoch in 40 % der Fälle hätte vermieden werden können. Dieser Umstand verursacht immense Kosten und bedeutet für die Patienten eine Belastung.

Studien belegen, dass die Zahl der Wiederaufnahmen durch ein strukturiertes Entlassungsmanagement positiv beeinflusst werden kann. Die tiefergehende Betrachtung und Analyse der Thematik erfolgte im Rahmen einer Bachelorarbeit. Dabei sind Defizite sowohl in der Theorie als auch in der Praxis deutlich erkennbar, welche jedoch mit passenden Interventionen und einer Anpassung des Pflegeberufegesetzes behebbar wären. Ziel ist, das Augenmerk auf die kritische Entwicklung der Pflegelandschaft und die Wahrnehmung des Entlassungsprozesses in seiner Gesamtheit, über das frisch zu beziehende Bett hinaus, zu legen.

Die zunehmende Komplexität und Dynamik der Behandlungssituation, begünstigt durch den eingangs erwähnten demographischen Wandel und den medizinisch-technischen Fortschritt, fordert perspektivisch den Einsatz von akademisierten Pflegefachkräften, um die Versorgungssituation der Patienten optimieren zu können. Im Rahmen des Entlassungsprozesses scheint der Einsatz akademisierter Pflegefachkräfte im Hinblick auf die vollständige Implementierung des Expertenstandards und die damit verbundenen spezifischen Anpassungen an das jeweilige Patientensetting unerlässlich.“ (Kerstin Winkler, Absolventin ‚Pflege‘, B.Sc.)

Die komplexer werdenden Anforderungen an Pflegekräfte führen zu einer immer stärker werdenden Akademisierung dieses bislang klassischen Ausbildungsberufes. Die Dresden International University reagierte auf diese Entwicklung mit dem ausbildungsbegleitenden Bachelorstudiengang „Pflege“. Studierende erweitern das in der Ausbildung erworbene Wissen und ihre Kompetenzen um aktuelles wissenschaftliches Hintergrundwissen sowie um Inhalte aus der Managementlehre. Der nächste Studienstart ist am 14. April 2018. Nähere Informationen erhalten Sie von der Projektmanagerin Anna Kojro-Richter.

Den vollständigen Artikel können Sie hier einsehen. (Quelle: Pflegezeitschrift 2017, Jg. 70, Heft 2/3)


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