Mittwoch, 23. Juni 2010

Praktikumstag im Universitätsklinikum Dresden

Praktikumsbericht vom 14. Juni 2010 zum „Qualitätsmanagement“ im Universitätsklinikum Dresden.

Praktikumstag im UKD

Praktikumstag im UKD

Fotograf: Dr. med. Stephan Kirschner (Teilnehmer HCM Jahrgang 2009)

Der Praktikumstag zum Thema „Qualitätsmanagement“ wurde im Universitätsklinikum Dresden von Referenten des Klinikums bestritten.

Nach Begrüßung der Teilnehmer durch Frau D. Baretton hielt Herr Dr. U. Becker den ersten Vortrag zum Thema "Versorgungsstrukturen eines Zentrums am Beispiel des DUSC". Er stellte zunächst die Organisationsstruktur des DUSC vor und erarbeitete zusammen mit den Teilnehmern verschiedene Möglichkeiten einer Leitungsstruktur inklusive deren Vor- und Nachteile. Hieran konnten die verschiedenen Probleme der Umsetzung einer Zentrumsstruktur verdeutlicht und letztendlich die gefundene praktikable Lösung und Struktur präsentiert werden. Der Mehrwert einer organisatorischen Zentrumsbildung bei dezentraler örtlicher Struktur wurde von der Gruppe diskutiert und war dann bei der Ortsbesichtigung von interdisziplinärer Notaufnahme in der Rettungsstelle, CT, MRT, neurol. Intensivstation und einem teleradiologischen Arbeitsplatz für die Teilnehmer direkt erfahrbar.

Nach kurzer Pause präsentierte Hr. F. Elchlep den Aufbau eines elektronischen Organisationshandbuches an Hand der Software Aeneis. Er fasste dabei zunächst verschieden Begriffe aus dem Bereich des Qualitätsmanagements zusammen und verdeutlichte sie an Hand von Prozessen der geplanten konservativen Notaufnahme. Im Weiteren gab er einen Überblick über die Möglichkeiten der Software Aeneis und die Inhalte des Organisationshandbuchs.

Anhand des "Brückenprojektes der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin" verdeutlichte Hr. A. Müller die praktische Umsetzung des Organisationshandbuches in die Software und den Prozess der Entwicklung. Interessant war insbesondere auch die Information, dass das Organisationshandbuch zunächst für die interne Strukturierung der Abläufe und erst sekundär für eine (gesetzlich geforderte) Zertifizierung diente. Hr. Müller konnte auch sehr eindrücklich vermitteln, dass ein Organisationshandbuch Prozesse abbilden soll und nicht umgekehrt zum Selbstzweck werden sollte, der Abläufe zementiert. 

Nach der Mittagspause wurden die Teilnehmer dann von Dr. Kirschner in der Klinik für Orthopädie empfangen, der an Hand eines Rundgangs durch die Klinik Abläufe im Patientenmanagement und in der DRG-Kodierung verdeutlichte, die sich letztendlich aus der KTQ Zertifizierung der Klinik vor einigen Jahren entwickelt hatten. Der Rundgang endete mit einem Vortrag über die interne KTQ-Zertifizierung, die die Klinik zur Straffung der internen Abläufe in den Jahren 2003/04 durchführte ohne zunächst eine externe Zertifizierung anzustreben. Er verdeutlichte die Organisationstrukturen an einem klinischen Patientenpfad, dem OP-Programm und den aktuellen Verweildauern. Im Weiteren erläuterte er dann den Fragenkatalog, den Ablauf und Problempunkte einer KTQ Zertifizierung. 

Den Abschluss des Praktikumstages bildete Prof. M. Hübler, der in einem Vortrag über das Risikomanagement das Critical Incidence Reporting System (CIRS) der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin vorstellte. Er stellte das von der Arbeitsgruppe Risikomanagement entwickelte Web-basierte Reporting-Tool der Klinik vor und verdeutlichte an Hand praktischer Beispiele dabei den Sinn und Nutzen eines solchen Systems.

Insgesamt ist hervorzuheben, dass dieser Praktikumstag für die Studierenden einen sehr guten Einblick in aktuelle QM-Anwendungen im UKD gebracht hat. Die Abläufe waren optimal organisiert und die Vorträge und Vortragenden sehr gut ausgewählt. Durch die Erfahrungen der Vortragenden konnten die Teilnehmer einen guten Einblick in die praktische Umsetzung von Qualitätsmanagement erhalten; die theoretischen Ausführungen der Vorlesungen wurden durch diesen Praktikumstag optimal durch persönliche Erfahrungen ergänzt und mit Leben erfüllt.


PD Dr. med. Stephan Kersting
(Teilnehmer HCM Jahrgang 2009)


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