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Sonntag, 29. März 2009

Heuschnupfen Studie im Dresdner Universitäts-Journal

Feine Nadeln senken Beschwerden: Die Ergebnisse einer Studie an der Charité wurden in der aktuellen Ausgabe vorgestellt.

Ergebnisse einer soeben publizierten Studie der Charité zeigen: 80 Prozent der Heuschnupfen-Patienten, die zusätzlich zur Routinebehandlung Akupunktur in Anspruch nehmen, leiden dank dieses Verfahrens unter geringeren Beschwerden. Um diese ersten Resultate auf eine breitere wissenschaftliche Basis zu stellen, initiierten die Berliner Forscher nun eine kontrollierte klinische Akupunktur-Studie. Daran beteiligt sich auch die HNO-Klinik des Dresdner Uniklinikums, die diese Therapieform bereits seit mehr als 20 Jahren anwendet. Für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Studie suchen die Allergie-Experten 30 Patienten im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, die an einer Gräser- und Birkenpollenallergie leiden. »Ziel der Studie ist die wissenschaftliche Untersuchung der Akupunktur als Therapieverfahren bei Heuschnupfen und allergischen Beschwerden«, sagt Dr. Bettina Hauswald vom Studienzentrum der Dresdner HNO-Uniklinik, die bereits zwei Studien zum gleichen Forschungsinhalt geleitet hat. Darin hatten sich ebenfalls Hinweise zur Wirksamkeit der Akupunktur bei Heuschnupfen gezeigt.

Mehr als 5000 Pollenallergiker hatten an der ersten Untersuchung der Berliner Charité teilgenommen, deren Ergebnisse Ende 2008 in der Fachzeitschrift Annals of Allergy, Asthma & Immunology veröffentlicht wurden. Die Teilnehmer dieser Studie litten unter typischen Heuschnupfen- Symptomen wie Niesanfällen, Augenentzündungen und Atembeschwerden. Das Ergebnis: Akupunktur bessert bei bis zu 80 Prozent aller Patienten die Heuschnupfenbeschwerden, zusätzlich steigert sich die Lebensqualität der Patienten deutlich. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass Akupunktur in der Routineversorgung wirkt. »Uns hat besonders beeindruckt, dass sich bei Heuschnupfen ähnliche Ergebnisse zeigen wie bei chronischen Schmerzerkrankungen«, sagt Prof. Stefan Willich vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie am Campus Charité Mitte.

Die aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Akupunktur findet weltweit immer größere Akzeptanz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sie bei rund 40 Krankheitsbildern, darunter auch Heuschnupfen. Klinisch aussagekräftige Studien fehlen für diese Erkrankung bisher jedoch weitgehend.

Diese Lücke wollen die Forscher jetzt schließen. Dazu wollen die Ärzte und Wissenschaftler aus Berlin und Dresden in einer von der DFG unterstützten Studie herausfinden, ob wirklich die Akupunkturnadeln für die Besserung der Symptome verantwortlich sind oder doch eher die intensive Arzt-Patienten-Beziehung während der Therapie. Teilnehmen können Menschen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren mit einer leichten oder mittelschweren Gräser- und Birkenpollenallergie. Sie müssen sich bis Ende Mai zu der Studie anmelden. Alle Patienten, die an der kontrollierten klinischen Studie der Dresdner HNO-Klinik teilnehmen, erhalten eine kostenlose Akupunktur-Behandlung gegen ihre Heuschnupfenbeschwerden.

Charité/Holger Ostermeyer.

Kontakt für Patienten: Telefon: 0351 458 3506 (Anrufbeantworter)

Quelle: Dresdner UniversitätsJournal 20.Jahrgang Nr. 6, Seite 7  

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