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Montag, 25. November 2013

Wissenschaft trifft Praxis – Das 2.Dresdner Medizinrechtssymposium

Über hundert Teilnehmer, Juristen, Mediziner, Ökonomen und Pflegekräfte, diskutierten im Festsaal der Sächsischen Landesärztekammer. Ein Bericht aus Teilnehmersicht.

Nach großem Erfolg im vergangenen Jahr fand am 25. und 26.10. 2013 das nunmehr 2. Dresdner Medizinrechtssymposium der Veranstaltungsreihe die unter dem Motto „Wissenschaft trifft Praxis“ steht, statt. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Förderverein „Medizinrecht“ der Dresden International University, der DIU selbst und zahlreicher Kooperationspartner. Die Veranstaltung fand in diesem Jahr in den Räumen der Landesärztekammer Sachsen statt. Das Symposium brachte einmal wieder zahlreiche interdisziplinär Interessierte aus Rechtswissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Politik in die mondäne Stadt an der Elbe.

Beeindruckend am diesjährigen Programm war vor allem die enorme Diversität der Themen: Von Betreuungsrecht und Zwangsbehandlung bis zur Bewältigung von Hygieneverstößen, von Verkammerung der Pflegeberufe in Deutschland bis zur Korruptionsprävention im Gesundheitswesen und zu rechtlichen und ökonomischen Aspekten sektorübergreifender Versorgungsformen, aktuellen datenschutzrechtlichen Problemstellungen und nicht indizierten Heileingriffen. Zu allen Themen wurde engagiert und kompetent referiert, diskutiert, gestritten aber manches auch gelernt und über manches gestaunt.

Der Anspruch der Interdiziplinarität wurde gelebt durch das beeindruckende Kompetenzspektrum seitens hochkarätiger Referenten: Professoren der Rechtswissenschaft, Rechtsanwälte, Ärzte, Richter, Krankenhausgeschäftsführer, LKA-Beamter, Vertreter aus Politik, Wirtschaft, von den Krankenkassen und der gastgebenden Landesärztekammer Sachsen.
Die Referenten trafen auf ein anspruchsvolles, durchaus fachlich verwöhntes und wegen der unterschiedlichen Fachzugehörigkeit und Berufserfahrung im positiven Sinne unberechenbares und streitfreudiges Publikum. Diese Mischung hauchte dem fachlichen Diskurs sehr schnell Leben ein.

Neu waren nunmehr in diesem Jahr die eingeführten Impulsreferate von Absolventen des Masterstudienganges Medizinrecht, die die Ergebnisse ihrer Masterarbeiten einem breiten Fachpublikum zugänglich machten und alle samt durch enormes Spezialwissen und rednerische Souveränität bestachen, obwohl der eine oder andere sicher innere Aufregung in Anbetracht des gutbesuchten und fachlich breit gefächerten Auditoriums verspürt haben mag. Rechtsanwältin Claudia Holzner führte in die Historie und aktuelle Ausgestaltung des § 116b SGB V ein, Carsten Wiedenfeld zeigte die enormen Folgen vergaberechtlicher Gesetzesregularien im Rettungsdienst auf und Rechtsanwalt Andreas Manok schärfte uns den Blick für die verfassungsrechtlichen Aspekte des § 1631 BGB.

Einen unbestrittenen Höhepunkt setzte am Ende der Veranstaltung das Referententrio Ass. iur. Kathrin Meyer, RA Andreas Manok, Prof. Dr. Holm Putzke mit exzellenten Vorträgen, die in bewegende Diskussionen zu straf-, verfassungsrechtlichen – und ethischen Aspekten der Beschneidung mündeten und die Teilnehmer sichtlich bewegten.

Die Herausforderung der Referenten bestand darin, für die jeweils eigene Fachschaft Spezialwissen zu transportieren und trotzdem verständlich und prägnant Standpunkte an andere Fachschaften heranzutragen. Dies gelang auch in diesem Jahr wieder hervorragend und stellt ein „Markenzeichen“ der Veranstaltungsreihe dar. 

Besonderer Dank sei den Moderatoren zuteil, die die Redner ebenso liebenswürdig wie konsequent zur Einhaltung ihrer Redezeit motivieren und damit zeitlich wie energetisch ein Diskussionspodium für Fachkontroversen zu schaffen wussten und weitergehende Pausendiskussionen ermöglichten.

Ebenso Dank sei allen die durch die perfekte Organisation einen würdigen Rahmen geschaffen haben.

Wir kommen gerne wieder!

Dr. Ina Gillmeister, LL.M.
Fachärztin für Anästhesie, Absolventin DIU-Medizinrecht

Markus Keubke, LL.M.
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht, Absolvent DIU-Medizinrecht
www.keubke.de


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