Mittwoch, 17. April 2013

Zukünftige Kulturmanager erleben die Kultur Londons

Dort erwartete Sie ein umfangreiches und kulturell vielfältiges Programm.

Zukünftige Kulturmanager erleben die Kultur Londons

Zukünftige Kulturmanager erleben die Kultur Londons

Zukünftige Kulturmanager erleben die Kultur Londons

Die diesjährige Studienakademie des Masterprogramms Kultur + Management führte die Studierenden des zweiten Jahres in Begleitung des Wissenschaftlichen Leiters Prof. Rehberg und der Projektmanagerin Tanja Matthes vom 24. bis zum 28. März in die britische Hauptstadt. Dort erwartete Sie ein umfangreiches und kulturell vielfältiges Programm, das vor allem auch einen Blick hinter die Kulissen der Einrichtungen ermöglichen sollte.

Doch zunächst galt es, sich einen Überblick über London und seine historische Entwicklung zu verschaffen. Daher führte der erste Besuch führte in das Besucherzentrum „New London Architecture“, in dem anhand von Modellen die städtische Ausdehnung in den verschiedensten Epochen nachvollzogen werden kann. Anschließend ging es in das Royal Opera House in Covent Garden. Im Rahmen einer Backstage-Führung wurden dort nicht nur Details zum Opernhaus, seiner Geschichte und Architektur vermittelt, sondern wir konnten ebenfalls eine Ballettprobe beobachten. Ein Wiedersehen mit einigen der Tänzer gab es am Abend in der Aufführung „Alice in Wonderland“ des Royal Ballet im Opernhaus.

Am folgenden Tag standen vor allem Gespräche auf unserem Programmplan. Erste Station war das Victoria and Albert Museum. Der Direktor Prof. Dr. Martin Roth, langjähriger Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und Dozent des Studiengangs, empfing uns und gab zunächst eine kurze Einführung zum Museum und seiner Arbeit. Im Anschluss bestand die Möglichkeit Fragen zu stellen, was von den Studierenden rege genutzt wurde. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Unterschiede der kulturellen Fördersysteme und deren Auswirkungen auf die „Machbarkeit von Kultur“. Darüber hinaus hatten wir die einmalige Gelegenheit, die hervorragende Ausstellung zum Phänomen David Bowie zu besuchen.

Thematisch setzten wir das Programm am Nachmittag mit einem Besuch in der London Metropolitain University fort. Dort gab Dr. Simone Wesner, die als Senior Lecturer im dortigen Masterprogramm Cultural Industries Management lehrt, einen umfassende und sehr anschauliche Einführung in die Entwicklung des britischen Kulturfördersystems, das die von Prof. Roth gemachten Erfahrungen aus der Praxis theoretisch untermauerte. Daran wurde deutlich, dass im Unterschied zum deutschen Fördersystem der Eigenanteil der kulturellen Einrichtungen sowie das Aufkommen durch Sponsoring zwangsläufig wesentlich höher sind. Dieser Zusammenhang wiederum spiegelt sich im Umfang der Aktivitäten und vor allem dem Ideenreichtum bei der Gewinnung von Publikum und Sponsoren. Das ist auch ein zentrales Thema für die London Contemporary Dance School, die wir am Abend besuchten. So wird es hier möglich gemacht, auch studentische Aufführungen der einzelnen Abschlussklassen als Zuschauer mitzuerleben und so einen Einblick in gegenwärtige Entwicklungen im Bereich des modernen Tanzes zu gewinnen.

Der Mittwoch begann mit einem Treffen mit der Leiterin des Education Departments des National Theatre Katie Wood, die im Rahmen eines Question & Answer über die Spezifik dieses künstlerischen Sektors berichtete. Dabei standen insbesondere die Aktivitäten im Rahmen der kulturellen Bildung und Vermittlung im Zentrum des Gespräches. Daran schloss sich eine unterhaltsame Führung in der British Library an, bei der wir neben eine beeindruckend durchdachten Architektur und Funktionsweise auch die Magna Charta in Augenschein nehmen konnten.

Die Whitechapel Gallery im Londoner Westen fungiert als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und überrascht immer wieder mit speziell auf diese Räumlichkeiten zugeschnittenen Ausstellungen. An traditionsreicher Stelle ist dieses Forum, in dem hauptsächlich Bildende Künstler arbeiten, ein Gegengewicht zu den großen arrivierten Londoner Kunstmuseen. Abschließend kehrten wir noch einmal in das National Theatre an der Themse zurück, um auch dort einmal hinter die Kulissen zu schauen und die Hinterbühne zu begehen. Der sich anschließende gemeinsame Besuch der Aufführung „People“ bildete den Abschluss dieses dritten Tages.

Mit einem gemeinsamen Frühstück bei Prof. Martin Roth im Victoria and Albert Museum, bei dem die in London gemachten Erfahrungen insbesondere zum kulturellen Fördersystem und dessen Konsequenzen auf die kulturelle Landschaft noch einmal vor dem Hintergrund des deutschen Modells reflektiert wurden, endete die diesjährige Studienakademie. Wir bedanken uns bei allen Einrichtungen für die Gesprächsmöglichkeiten und den Einblick in ihre alltägliche kulturelle Arbeit. Ein Teil dieser Exkursion wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.


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