Donnerstag, 14. Juni 2007

"Frischer Wind für Theaterprojekt"

Die Chemnitzer Freie Presse berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über ein Projekt des Studiengangs Kultur und Management der DIU.

Von Gabriele Fleischer,
Chemnitzer Freie Presse vom 14. Juni 2007

"Bei der Vermarktung der Angebote für junge Leute versucht das Mittelsächsische Theater, neue Wege zu gehen. Frischen Wind haben Studenten der Dresden International University erstmals im Vorfeld der diesjährigen Kinder- und Jugendtheatertage Mittelsachsens gebracht.

Dabei hat nicht nur das Programmheft ein neues Aussehen erhalten. Bei einer Besucherbefragung fanden die jungen Leute heraus, die berufsbegleitend über zwei Jahre Kultur und Management studieren, dass Kinder auf der Theaterbühne vor allem Märchen sehen wollen. Außerdem, erklärt Geschäftsführerin Christine Klecker, würden die Schüler ausschließlich über die Lehrer am Theater interessiert. Hier müsste bei der Werbung verstärkt angesetzt werden. Eine ebenfalls von Studenten gestaltete Ausstellung lässt zehn Jahre Kinder- und Jugendtheatertage Revue passieren. Elf Tafeln sind entstanden und werden derzeit in der Schule an der Chemnitzer Straße in Dresden gezeigt. „Nächste Woche holen wir sie nach Freiberg, wo sie zunächst im Kunsthandwerkerhof und im Theater zu sehen ist“, erklärte Klecker.

„Kistenweise Fotos, Programmhefte und Zeitungsberichte war alles, was wir zur Vorbereitung hatten, erinnert sich Melina Younes, die mit Dagmar Köhler und Sonja Lohmann an der Schau gearbeitet hat. Die Tafeln leben von Fotografien genau so wie von Zitaten der Akteure. Auch aktuelle Bezüge, die in den einzelnen Jahrgängen eine Rolle gespielt haben, werden deutlich: Die Gewalt durch Neonazis fand in den Inszenierungen ebenso Widerhall wie die Auseinandersetzung mit der Bundestagswahl.

So lebendig wie die Ausstellung sollen auch die Aufführungen für Kinder und Jugendliche sein. „Der einzige Unterschied zwischen Inszenierungen für Erwachsene und Jugendliche ist der, dass man bei jungen Leuten sofort merkt, wenn sie sich langweilen.“ Nicht umsonst haben die Studenten dieses Zitat von Claudia Balko vom Berliner Theater Strahl gewählt. Genau das sei es nämlich, was diese Theaterform ausmacht, meint Melina Younes. Die Urenkelin des berühmten Schauspielers Eduard von Winterstein hat Erfahrungen als Bühnenmalerin und Szenenbildnerin und möchte jetzt durch das Studium in Dresden die Prozesse an einem Theater selbst mitgestalten können. Nach der Aufarbeitung der vergangenen zehn Jahre hofft die junge Frau, dass das Archiv weiter gepflegt wird: „Das ist wichtig für die Gestaltung der Programme und das Gewinnen von Förderern des Projektes der Kinder- und Jugendtheatertage.“

Für Studiengangsleiter Karl-Siegbert Rehberg ist diese praktische Arbeit, wie sie mit dem Mittelsächsischen Theater stattgefunden hat und möglicherweise fortgesetzt wird, wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Der Masterstudiengang startete im Mai 2007 zum 6. Mal. Dieser an der TU Dresden entwickelte und erprobte Studiengang wird so seit Jahren an der Dresden International University durchgeführt. Pro Semester werden hier fünf bis zehn Leute ausgebildet. Unterricht gibt hier auch Theater-Geschäftsführerin Christine Klecker."

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