Donnerstag, 15. Mai 2014

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Abseits vom Trubel um den letzten Bundesligaspieltag und das anstehende Pokalfinale tummelte sich eine Gruppe von 12 Studenten in der Hauptstadt, um das strategische Management einer Supply Chain theoretisch zu durchdringen und mit praktischen Aspekten hinsichtlich Entsorgungslogistik und Maintenance zu verbinden.

In der vergangenen Präsenzwoche der Logistik-Studenten wurde das Basislager vorübergehend von Dresden nach Berlin verlegt. Dort hatte Dr. Jörg Risse – langjähriger Dozent an der DIU für strategisches Supply Chain Management – einen dreitägigen Veranstaltungsblock mit einem bunten Potpourri aus Inputvorlesung, Fallstudienarbeit und Werksbesichtigungen vorbereitet.

Nach einer Auffrischung zum strategischen Management erarbeiteten die Studenten eine Strategie für ein fiktives Dresdner Verkehrsunternehmen, wobei verschiedene Klippen zu umschiffen waren: zunehmende „Vergreisung“ der Stadtbevölkerung, busfreie Innenstadt, Umzug der Stadtbevölkerung in Randgebiete... Nach Vorstellung aller Ideen, einer Einführung in das strategische SCM und einer kurzen Stärkung begegneten die Studenten einem weiteren städtischen Problem in der Praxis: Müll.

Wobei Müll nicht gleich Müll ist, sondern zum großen Teil auch Wertstoff, welcher einer stofflichen Wiederverwertung zugeführt werden kann. Diese Thematik wurde im Schatten der 3 dicken „B“ - Basketball, Berliner Mauer, Blumentopf – näher beleuchtet. Dazu durften wir ganz nah in die Entsorgungslogistik des Hauptsponsors der Berliner Albatrosse, den Unternehmen der ALBA Group, sprichwörtlich hineinschnuppern. Der Geschäftsführer der ALBA Logistik GmbH Bernd-Rüdiger Worm – Absolvent des Logistik-Studiengangs an der DIU – und Frau Berg zeigten den Studenten, wie dem Müllberg von 4,5 Millionen Menschen – also einem Aufkommen von etwa 160.000 Tonnen pro Jahr – zu Leibe gerückt wird. Elemente der alten Berliner Mauer dienen nunmehr als Lagerwand für gepresste Wertstoffreste, die sich meterhoch auf dem Gelände stapeln. Genauso hoch sind die Stapel von Kunststoffblumentöpfen, die auf Grund Ihrer Zusammensetzung aus verschiedenen Kunststoffen nur noch einer thermischen Verwertung zugeführt werden können. Nach der Werksbesichtigung zwischen lauten Förderbändern, großen Siebtrommeln und fleißigen Sortierhänden erklärte uns Frau Worm, wie die Tourenplanung für Wertstofftonnen organisiert ist, um auch im Verkehr der Hauptstadt betriebswirtschaftlich sinnvoll bestehen zu können.

Am Folgetag stand die Vertiefung des strategischen SCM, insbesondere das Supply Chain Design im Fokus der Veranstaltung von Dr. Risse. Direkt im Anschluss bekamen wir die Möglichkeit, die Instandhaltung von Turbinen bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg aus der Nähe anzuschauen. Frau Dr. Holzheimer - Leiterin der Produktionsplanung und -steuerung - erklärte anhand des kompletten Prozesses von Demontage über Ersatzteilinstandsetzung, Ersatzteileinkauf, Qualitäts- und Funktionstest bis zur Endmontage die Instandhaltung von Flugzeug- und Industriegasturbinen. In diesem streng reglementierten Bereich muss selbst die Verschrottung von Teilen höchsten Ansprüchen genügen.

Die Thematik der Beschaffung wurde in den folgenden Lehrveranstaltungen theoretisch aufgegriffen, insbesondere was den Aufbau von Versorgungsnetzwerken hin zu strategischem Lieferantenmanagement angeht. Abgerundet wurde das Thema durch eine sehr umfangreiche Fallstudie, an deren Ende die Studenten ihr Verhandlungsgeschick aktiv unter Beweis stellen konnten.

Für die Gestaltung und Organisation dieser abwechslungsreichen Präsenzphase möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei Herrn Dr. Risse bedanken. Die sinnvolle Verbindung von Theorie und Praxis soll künftig auch Einzug in weitere Themenblöcke des MBA-Studiums finden.


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