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Dienstag, 7. Juni 2011

Kommunikationspsychologische Modelle - Tragende Säulen effektiver Personalführung

In unserem Leben spielt die Identifikation mit Organisationen eine große, vielleicht sogar die entscheidende Rolle.

© André Teuber

Foto: © André Teuber

„WIR tragen unsere Uhr am rechten Handgelenk“

„Als VW-Chef Piëch den Manager Ignacio Lopez von Opel abwarb, ging diesem ein, vorsichtig gesagt, bizarrer Ruf voraus. Seine hagere Erscheinung passte perfekt zu seinem Spitznamen ‚Großinquisitor‛, er nannte seine Untergebenen ‚Krieger‛, forderte sie auf, täglich große Mengen Wasser zu trinken - und verlangte, dass sie als Zeichen ihrer Ergebenheit ihre Armbanduhr am rechten Handgelenk trugen.“

In unserem Leben spielt die Identifikation mit Organisationen eine große, vielleicht sogar die entscheidende Rolle. Menschen sind während ihres ganzen Lebens Angehörige von Organisationen. Oft werden sie in der Organisation Krankenhaus geboren, durchlaufen mit Kindergarten, Schule und Universität weitere Organisationen und gehören später im Regelfall für lange Zeit einer Organisation an, um in dieser ihren Lebenserwerb zu sichern und andere Bedürfnissen zu befriedigen. Das Gefühl von Mitarbeitern, ihren Organisationen verbunden zu sein, gewinnt in Zeiten von Veränderungen durch Globalisierung, Fusionen, Tele- oder Teilzeitarbeit zunehmend an Bedeutung und ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Unternehmen sowie Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung. Mitarbeiter, die sich mit ihrer Organisation identifizieren, sind zufriedener und produktiver. Sie sind und bleiben die wertvollste Ressource jeder Organisation.

Aber wie und wodurch kann man dieses Commitment und Identifikation in Organisationen beeinflussen?

Das war eine von vielen Fragen, die ich mir häufig in meinem dienstlichen Alltag stellen musste. Als Beamter der Bundesfinanzverwaltung muss ich täglich den Anforderungen an eine Führungskraft in der modernen Verwaltung gerecht werden. Dieser Führungsalltag ist jedoch nicht allein durch primäre Fachkompetenz geprägt, sondern kann erst in Kombination mit differenzierten kommunikativen Fertigkeiten zum Erfolg führen. Die Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung entscheiden mit über den Erfolg oder Misserfolg der Verwaltungsmodernisierung und von ihnen hängt es ab, ob es gelingt, diese begonnene Umgestaltung als kontinuierlichen Prozess in der Verwaltung zu implementieren und die Effizienz und Effektivität des Verwaltungshandelns zu gewährleisten. Ich persönlich möchte genau jenem Teil angehören, der aktiv die Zukunft einer modernen Bundesverwaltung mitgestaltet und den dafür erforderlichen Anforderungen Rechnung trägt.

Aus diesem Grund habe ich mich für den Masterstudiengang - Kommunikationspsychologie und -management an der Dresden International University entschieden. Durch kommunikationspsychologische Grundkenntnisse konnte ich mir eine Basis für das Verstehen von Kommunikationsproblemen, Kommunikationsprinzipien und entsprechenden Lösungsmöglichkeiten in Form neuer effektiverer Kommunikationsprozesse aneignen. Der psychologisch fundierte und berufsbegleitende Studiengang bot mir darüber hinaus die Möglichkeit, konkrete verwaltungsspezifische Kommunikationssituationen einer wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen. Durch die begrenzte Teilnehmerzahl war insbesondere eine individuelle und intensive Lernatmosphäre gegeben, die mir den Erwerb des kommunikationspsychologischen „Handwerkszeugs“ sehr angenehm machte. Mit der abschließenden Masterarbeit konnte ich ein Problem aus meinem unmittelbaren Arbeitsumfeld behandeln und wissenschaftlich betrachten.

 


André Teuber, M.A., Führungskraft der Bundesfinanzverwaltung


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