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Dienstag, 25. März 2014

Schön, sonnig, sehenswert - Die Kulturmanager besuchen Rom!

Die diesjährige Studienakademie des Masterprogramms Kultur + Management führte die Studierenden des Jahrgangs 2012 sowie den Wissenschaftlichen Leiter Prof. Rehberg und die Projektmanagerin Tanja Matthes vom 9. bis zum 13. März in die italienische Hauptstadt Rom.

Auf unserem diesjährigen Programm standen traditionsgemäß Besuche in den verschiedensten kulturellen Einrichtungen sowie Gespräche mit Verantwortlichen dieser Häuser. Zunächst erkundeten wir im Rahmen eines vierstündigen Stadtrundgangs die antiken Stätten Roms und tauchten dank der Archäologin Anne Herrmann tief in die Geschichte ein. Anschließend empfing uns Gabriele Kreuter-Lenz, die Leiterin der Goethe-Institute in Italien und gab uns einen Überblick über die Aktivitäten und die Situation ihres Kulturinstitutes. Dabei ging sie insbesondere auf die gegenwärtige Krise in Italien ein, die verständlicherweise auch das kulturelle Leben stark beeinflusst. Den Abschluss des ersten Tages bildete der Besuch in der Fondazione Pastificio Cerere, einer Stiftung für Zeitgenössische Kunst, die ihr Domizil in einer alten Pastafabrik gefunden hat. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Veranstaltung kleinerer Ausstellungen sowie der Möglichkeit, Stipendien für Künstler in Residenz auszuschreiben. Allerdings ist letzteres aufgrund der wirtschaftlichen Lage Italiens und dem Wegfall von Sponsoren schwierig geworden. Eine vergleichbare gesicherte kulturelle Förderung für die verschiedensten künstlerischen Sparten wie in Deutschland gibt es vorrangig für nationale Einrichtungen. Diesen ersten Abend ließen wir standesgemäß bei Wein und gutem Essen in einer Trattoria ausklingen.

Nach dem klassischen italienischen Frühstück in einer Bar besuchten wir am folgenden Tag das MAXXI – das nationale Museum für Zeitgenössische Kunst. Dieses wurde 1998 begründet und ist in einem Gebäude von Zaha Hadid untergebracht. Dieser Bau ist einer der wenigen Gebäude zeitgenössischer Architektur in Rom. Nach einer Einführung zur Architektur des Hauses und zu dessen Entstehung führte uns Meike Felgner durch die Ausstellungen. Am Nachmittag trafen wir uns am Largo dell Torre Argentino am Teatro dell‘ Argentina wieder. Sandro Peccioni, der Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung, sowie seine Mitarbeiterin führten uns zunächst durch das Haus. Anschließend nahmen wir im Zuschauerraum Platz und sie erläuterten uns das Theatersystem Italiens. Dabei wurde insbesondere der zentrale Unterschied zur deutschen Stadttheaterlandschaft erkennbar, das zumeist im festen Ensemblebetrieb spielt. Auch hier waren die Fragen der Finanzierung sowie der Kostendeckung von besonderem Interesse für die Studierenden.

Unser erstes Ziel am Mittwoch war der malerische Park der Villa Borghese, in dem sie auch die Galleria Borghese befindet. Diese Kunstsammlung geht zurück auf die Sammeltätigkeit von Kardinal Scipione Borghese und befindet sich heutzutage ebenfalls in nationalen Besitz. Nach der sehr beindruckenden Führung und Erläuterung der Werke durch Laura Carbonara standen uns die leitende Kunsthistorikerin Dr. Marina Minozzi sowie drei ihrer Mitarbeiterinnen für ein Gespräch zur Verfügung. Anschließend spazierten wir, geführt von Prof. Rehberg, durch den Park bis hin zur Piazza del Popolo. Am Nachmittag erwartete uns Dr. Francesco Reggiani im Teatro dell’Opera. Der Leiter des Opernarchivs gab zunächst einen Überblick über die Geschichte des Hauses und ließ uns auch den Bühnenraum begehen. In seinen Ausführungen ging er besonders auf die zentrale Rolle der römischen Oper bei der Aufführung moderner Opernwerke ein. Den abschließenden Programmpunkt am Donnerstag bildete eine Präsentation im Kulturreferat der Stadt Rom, in der die Förderungsprogramme der Stadt Rom vorgestellt wurden.

Insgesamt ermöglichten diese Besuche und Gespräche den Studierenden nicht nur einen spartenübergreifenden Einblick in die Strukturen und Organisationsformen römischen Kulturlebens, sondern verdeutlichten einmal mehr die Vorzüge und Verlässlichkeit des deutschen Fördersystems. Wir bedanken uns herzlich bei allen Gesprächspartnern für ihre Bereitschaft und ihre Offenheit. Ein ganz besonderer Dank geht an den Prof. Rehberg, der dieses Rom-Erlebnis durch seine Verbundenheit mit der Stadt noch mehr bereichert hat.

Diese Reise wurde mit Mitteln des Promos-Programms des Deutschen Akademischen Auslandsamtes gefördert.


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