Freitag, 18. Oktober 2013

Zwischen Hochkultur und Urban Art - Zukünftige Kulturmanager besuchen Leipzig

Am 27. September verließen die Studierenden des Masterprogramms Kultur + Management wieder einmal die vertrauten Räume in der DIU, um in die kulturelle Praxis einzutauchen. Die im Rahmen des Moduls „Kulturpolitik und Kulturförderung“ durchgeführte Exkursion führte uns in diesem Jahr nach Leipzig.

Als erstes erwartete uns Georg Giradet im Neuen Rathaus. Giradet, von 1991-2009 Kulturbürgermeister der Stadt Leipzig, gab zunächst einen Einblick über gegenwärtig geförderte Projekte und ging dabei insbesondere auf das breite Spektrum städtischer Kulturaufgaben in Leipzig  ein. Besonders  interessant waren seine Ausführungen zu während seiner Amtszeit realisierten Aufgaben und Projekten, z.B. der Neubau des Bildermuseums. Dabei thematisierte er auch sehr offen die in diesem Zusammenhängen aufgetretenen Konflikte beispielsweis im Rahmen von Stellenbesetzungen. Weiteren Gesprächsschwerpunkte waren die vorhandenen städtischen Budgets für die Förderung von Kultur sowie die Schwierigkeit deren Verteilung.

Nach einer kurzen Pause besuchten wir im Anschluss das „Museum in der Runden Ecke“, das vom Bürgerkomitee Leipzig e.V. betrieben wird. In dem ehemaligen Gebäude der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit werden nicht nur eindrucksvoll die Methoden der Staatssicherheit nachgezeichnet, sondern ebenso die Dynamik der Montagsdemonstrationen. Gleichzeitig stellt dieses Museums einen besondere kulturelle Organisationsform dar, da es nicht nur auf bürgerschaftliches Engagement zurück geht, sondern auch von diesem weiter getragen wird. (http://www.runde-ecke-leipzig.de)

Anschließend empfing uns Oliver Reiner, der Geschäftsführer der „Villa“. Die „Villa“ ist ein in der Stadtmitte Leipzigs gelegenes soziokulturelles Zentrum, das bereits als Verein 1990 gegründet wurde. Neben einem sehr breitem Wochenangebot von ca. 100 Veranstaltungen und Kursen für alle Altersgruppen, bietet diese Einrichtung vor allem auch Raum für andere Vereine, Netzwerke oder Projekte. Besonders interessant ist dabei die Struktur dieser Einrichtung, die 2005 als LeiSA GmbH aus mehreren Vereinen eingerichtet wurde und nun wesentlich flexibler in den Zusammenhängen städtischer Kulturpolitik und –finanzierung agieren kann. (http://www.villa-leipzig.de)

Die letzte Station dieses Exkursionstages war die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, in der uns die Kuratorin Heidi Stecker empfing. Im Rahmen einer Führung durch den Alt- und Neubau der Galerie erläuterte uns Frau Stecker nicht nur die aktuellen Ausstellungen, sondern verknüpfte dies sehr anschaulich mit der Entstehungsgeschichte der Galerie. Diese ist eine Stiftung und wird vom Freistaat Sachsen, von der Stadt Leipzig und dem Förderkreis getragen.  Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Vermittlung und den in diesem Rahmen angebotenen Programmen für Kinder und Jugendliche. (www.gfzk-leipzig.de)

Ein herzliches Dankeschön an alle Referenten, die sich die Zeit genommen haben, Ihre Einrichtungen und Ihre Arbeit vorzustellen.


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