Freitag, 17. Februar 2017

Studierende der Fahrzeugsicherheit auf Exkursion zum neuen Daimler-Crashtest-Zentrum

Die Anforderungen an die Sicherheit von Autos sind in den letzten Jahren enorm gewachsen. Um auch international auf dem neuesten Stand zu sein, hat die Daimler AG im November 2016 ein neues Zentrum für Fahrzeugsicherheit in Sindelfingen eingeweiht. Die Studierenden des Masterstudiengangs „Fahrzeugsicherheit und Verkehrsunfallforschung“ durften das beeindruckende Gebäude von innen sehen und einen Live-Crash-Test miterleben.

© Daimler AG

Sieben DIU-Studierende des Masterstudiengangs "Fahrzeugsicherheit und Verkehrsunfallforschung" besuchten am 27. Januar zusammen mit Studenten der HTW Dresden und TU Dresden das neue Technologiezentrum Fahrzeugsicherheit (TFS) am Sindelfinger Mercedes-Benz-Standort. Die zweitägige Exkursion schlug erneut eine Brücke zwischen Theorie und Praxis.

Am ersten Tag vermittelte Dieter Scheunert – Director Product Analysis/Product Safety Mercedes-Benz Cars Development, Daimler AG – den Studierenden Kenntnisse über Testanforderungen an Insassenschutzsysteme im Fahrzeug und gab sein Wissen zu den Themen Fahrzeugdaten und Datenschutz weiter. Der Themenkomplex „Passive Sicherheit“ umfasst weitere interessante Aspekte, wie Kompatibilität, Fahrzeug- und Strukturauslegung, Gesetze, Ratings, Entwicklungsprozesse und Entwicklungstools, die Zukunft der Fahrzeugsicherheit sowie Sicherheitsinnovationen und vieles mehr.

Am nächsten Morgen begrüßte Prof. Dr.-Ing. Rodolfo Schöneburg – Director Safety/Durability/Corrosion Protection, Daimler AG – die Studenten und Studentinnen im neuen TFS. Sie erhielten die einzigartige Gelegenheit, einen äußerst sensiblen Bereich der Daimler AG kennenzulernen. Nach einem Rückblick auf die Vorlesungen zu den Aspekten Integraler Fahrzeugsicherheit schloss sich ein Rundgang durch das Herzstück des Crashtest-Zentrums an: eine 90 mal 90 Meter große Halle ohne jede Säule. Vier Crash-Bahnen zwischen 64 und 245 Meter Länge stehen den Sicherheitsingenieuren zur Verfügung.

Das Highlight des Tages war der Live-Crash-Test. Im Bruchteil einer Sekunde war ein lauter Knall zu hören und die Deformation des Pkw zu sehen. Dokumentiert wurde der Crash-Test durch Hochgeschwindigkeitskameras und innovativer Messtechnik. Nur einen Wimpernschlag dauert der Crash, zehn Tage jedoch seine Vorbereitung und die Auswertung der Ergebnisse. Die Testautos werden mit Sensoren und Kameras bestückt, die jede Veränderung am Fahrzeug messen und dokumentieren. Das Kennenlernen der Prüf- und Messtechnik sowie eine Besichtigung des Prüffeldes, der Versuchswerkstätten, des Dummy-Labors und verschiedener Einzelkomponenten-Prüfstände, vermittelten dies nachhaltig.

Die perfekte Organisation des Tages sowie die Vielfalt an Informationen hinterlassen bei den Teilnehmern ein eindrucksvolles Erlebnis. Ein herzliches Dankeschön an alle, die zu dieser äußerst interessanten Exkursion beigetragen haben: Prof. Schöneburg und seinen Mitarbeitern von der Daimler AG für die Organisation in Sindelfingen; und den Dozenten Karl-Heinz Baumann und Dieter Scheunert für die interessanten Vorlesungen über passive Sicherheit.

Der in Kooperation mit der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH (VUFO) angebotene berufsbegleitende Masterstudiengang „Fahrzeugsicherheit und Verkehrsunfallforschung“ bietet Ingenieuren eine deutschlandweit einmalige postgraduale Weiterbildung und Spezialisierung. Absolventen sind nach dem Studium in der Lage, sowohl die technischen als auch die medizinisch-psychologischen Folgen von Unfällen zu analysieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zielführend in der Fahrzeugentwicklung einzusetzen. Der nächste Studiengang beginnt am 21.09.2017. Wer nicht das gesamte Masterprogramm absolvieren möchte, kann sich in ausgewählten Zertifikatskursen weiterbilden. Fragen zum Studium und zur Bewerbung beantwortet Ihnen gerne Stephanie Hey.


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