Freitag, 23. April 2010

Klare Sicht in stürmischen Zeiten – Die DIU in ihrem siebenten Jahr

Die Dresden International University (DIU) beging in einer Festveranstaltung im Festsaal der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) ihr 7-jähriges Bestehen.

Festveranstaltung in der Sächsischen Landesbibliothek (SLUB)

DIU in ihrem siebenten Jahr

Klare Sicht in stürmischen Zeiten

Prof. Dr. Achim Mehlhorn, informierte in seinem Vortrag über die bisherige Entwicklung und die zukünftige Stellung der DIU.

“… Wenn eine Institution jung ist, wie die Unsere, ist man nicht allein schon durch ein langes Leben legitimiert. Wir müssen uns viel grundsätzlicher als die tradierten Bildungseinrichtungen fragen, was unser Dasein berechtigt macht, was das Andere, die Mission der DIU ist und welchem Leitbild sie folgen will. Da bedarf es einer Alternative zu dem, was schon existiert. Eine bloße Addition zu bereits Vorhandenem  macht da wenig Sinn. Das Andere, das Fehlende, das Komplementäre ist gefragt! Aber nicht als dialektisch daherkommender Selbstzweck, sondern als nützlicher, direkter Beitrag zu einer höheren Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und Dienstleistung unseres Landes. … Wir entwickeln unser Lehrangebot aus dem Bedarf der Arbeitswelt und fragen: Was müssen wir tun, damit Organisation, Führung, innere Gestaltung und Technologie von Unternehmen jeder Größe, von Kliniken und öffentlichen Einrichtungen optimiert und modernisiert werden können? Oder: Welche Kenntnisse braucht man, um als Land oder als Wirtschaftsraum, einen zukünftigen internationalen Wettbewerb zu bestehen, in dem man qualitativ und quantitativ eigentlich keinen entscheidenden Vorsprung mehr hat und auf den man organisatorisch, sprachlich und interkulturell nur unvollkommen vorbereitet ist? Die Antwort auf diese Fragen kann nur in interdisziplinären Lehrangeboten bestehen, die man berufsbegleitend anbieten muss. Programme, die nahe dran sind an den beruflichen Aufgaben, denen sich Führungspersonal jeden Tag neu gegenübersieht. … Unsere Pläne drehen sich auch um einen neuen Standort für die DIU, den wir – gemeinsam mit den anderen Firmen der TUDAG-Gruppe – finden müssen, weil wir an unserem bisherigen Standort aus allen Nähten platzen. Die Dinge sind in Fluss, aber manche Optionen sind flüchtig und unterschiedlich weit entfernt von unseren Träumen und Sehnsüchten. So schließe ich in der Hoffnung, dass mit einem neuen Standort auch eine neue, erfolgreiche Ära für die DIU anbrechen wird. … “, so Professor Mehlhorn in seiner Ansprache.

Nach der Festansprache des Präsidenten folgten die Grußworte von Hansjörg König, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Winfried Lehmann, Beigeordneter für Allgemeine Verwaltung der Landeshauptstadt Dresden, Prof. Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden und Dr. Winfried Benz, Generalsekretär des Wissenschaftsrates a.D. und Kurator der DIU.

Nach einem weiteren musikalischen Intermezzo begann der Festvortrag zum Thema „Abschied vom linearen Denken - Wie Unternehmen ihre Kreativität entwickeln“, den Prof. Dr. Gunter Henn, TU Dresden, Center for Knowledge Architecture, hielt. „Nicht die Welt ist komplexer geworden, sondern wir müssen komplexer denken und zusammenarbeiten, um unter neuen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen weiterhin erfolgreich zu sein. Neben dem Betrieb muss daher auch das gemeinsame Denken bewirtschaftet werden. Zur Betriebswirtschaft muss eine "Denkwirtschaft" treten, eine Thinkonomy. Innovation und Arbeit sind nicht länger zu trennen, wir denken und innovieren beim und durch das Zusammenarbeiten. Es geht also um eine innovative soziale Praxis, die sich wegbewegen muss von organisierbaren und hierarchischen Formen. Am Beispiel der Architektur eines Unternehmens lässt sich zeigen, wie die prinzipiell unvorhersehbare Zusammenarbeit in Netzwerken dennoch eine verlässliche und nachhaltige Form gewinnt. Letztlich ist aber nicht das Gebäude entscheidend, sondern die Werkzeuge der Formfindung - sie zeigen die innere Komplexität eines Unternehmens und machen sie denkbar und formbar. Architektur, Produkte, Dienstleistungen, Organisation, Prozesse, Geschäftsmodelle eines Unternehmens erscheinen im Zusammenhang seiner internen Komplexität und seiner gesellschaftlichen und ökonomischen Umwelt.“, führte Professor Henn in seinem fesselnden Vortrag aus.

Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung durch Stücke von Eric Satie, Wayne Shorter und Joshua Redman, die vom Ensemble „The Blechner“ vorgetragen wurden. Der musikalische Beitrag war einzigartig und faszinierend, wurden die Stücke doch auf sehr außergewöhnlichen Instrumenten, wie z.B. einem Stahlcello oder einem Mongolischen Langhorn in Kombination  mit einem Saxophon von den Künstlern Jan Heinke und Bertram Quosdorf dargeboten.
Die DIU bietet heute 18 verschiedene Studiengänge und mehrere Zertifikatskurse an. Mehr als 620 Studierende aus ganz Deutschland und aus dem Ausland sind gegenwärtig eingeschrieben. Die DIU verbindet berufsnahe Studieninhalte mit wissenschaftlicher Exzellenz.

In der DIU-Gesamtleistung 2009 wurden 3.736.000 Euro erreicht. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr um 11 %. Mit dieser Geschäftsentwicklung stieg das Ergebnis gegenüber 2008 um 17 % und 3 % über den Plan. Damit hat das Geschäftsmodell der DIU erneut seine Tauglichkeit bestätigt.


« Vorheriger Artikel -  zur Übersicht  - Nächster Artikel »
Netzwerkpartner: